KarmaKonsum Gründer-Award 2010
KarmaKonsum schreibt zum zweiten Mail den KarmaKonsum Gründer-Award aus. Details dazu findet ihr hier. Anmeldeschluss ist der 25.4.2010. Leider ist die Teilnahme nur für Gründer in Deutschland möglich. Wir Ösis müssen uns also auf die Beine stellen, damit im nächsten Jahr auch hierzulande Sponsoren für den Award gefunden werden. Damit werde ich auch diesmal nicht dabei sein … naja, ist auch nicht so schlimm, denn hier werden ja neue, innovative Unternehmen belohnt. Gibt es eigentlich auch einen Gründer-Preis für altbewährte Ideen?
Auch die KarmaKonsum Konferenz wird es wieder geben am 25.6.2010. Danach in gewohnter Abfolge auch wieder ein Greencamp am 26.6.2010. All das in Frankfurt und alle Infos dazu gibt es hier und hier.
Living a Permakultur Lifestyle – Oliver Holmgreen in Wien

(c) www.oehboku.at
Davon, wie man ein leben lang in einer nach Permakultur-Prinzipien gestalteten Umwelt aufwächst, können wenige erzählen. Einer von diesen Wenigen ist Oliver Holmgreen, Sohn des Mitbegründers der Permakultur-Bewegung David Holmgreen. Eine einmalige Gelegenheit zu hören, wie ein Permakultur Lifestyle aussieht bietet sich demnächst In Wien.
3.3.2010 -18:15
Universität für Bodenkultur Wien
EG 03 im Oskar-Simonyhaus
Peter-Jordan Straße 65, 1180 Wien
Mehr Details hier.
Open Source Permakultur-Design – Ein Versuch

Seit meinem letzten Bericht über das erste in Österreich entstehende Ökodorf ist viel Zeit vergangen. Leider ist aus unserem Engagement am Ende doch nichts geworden. Die Gründe dafür sind vielfältig. Am Ende erschien uns der Weg jedenfalls nicht gangbar. Gleichzeitig kam es allerdings zu einem fliegenden Wechsel zu einem anderen Projekt: in etwa 2 Jahre werden wir hoffentlich unter dem Namen “POMALI” eine neue Heimat gefunden haben . Pomali ist ein Wohnprojekt, das vom Verein “Miteinander Zukunft Bauen” nach den Prinzipien des CoHousing errichtet wird. Seit gut 6 Monaten sind wir nun aktiv dabei bei der Umsetzung dieses Projekts. In Zukunft werde ich hier im Blog vor allem über die Außenraumplanung dieses Projekts berichten, denn diese werde ich gemeinsam mit meinem Kollegen Franco Baumeler und dem Büro zwoPK in einem partizipativen Prozess mit der ganzen Gruppe des Vereins (derzeit etwa 31 Erwachsene und 15 Kinder zwischen 0 und 15) umsetzen. Was mich besonders freut daran: Die Außenräume sollen nach den Prinzipien der Permakultur gestaltet werden. Erste Schritte dazu wurden schon gesetzt, die Auftragsvergabe ist nur noch eine Formsache und bereits nächste Woche soll es konkrete Planungsschritte geben.
Die große Herausforderung bei dieser Planung ist gleichzeitig das, worauf ich mich am meisten freue: partizipative Permakulturplanung. Ein partizipativer Prozess bei einem derartigen Projekt ist grundsätzlich immer eine Gradwanderung zwischen ausreichend Individualismus und dennoch weitgehender Kompromissbereitschaft. CoHousing ist ein Konzept bei dem Individualraum zugunsten von Gemeinschaftsraum reduziert werden kann und soll. Das betrifft einerseits die Gebäude in denen beispielsweise Wasch- und Kinderräume, aber auch eine Großküche und Multifunktionsräume für gemeinsame Essen, Feste und Veranstaltungen gemeinsam genutzt werden können. Dadurch kann der private Raum reduziert werden für den Rückzug und die Ruhe, die man in Gemeinschaft vielleicht nicht findet. Anderseits aber auch den Freiraum, wo Eigengärten in reduzierter Form zwar das eigene Wohnzimmer ins Grüne vergrößern, die Mehrzahl der Flächen aber gemeinschaftlich genutzt wird. Es ist also naheliegend, das viele Wünsche, die im Eigengarten nicht realisiert werden können, auf der gemeinschaftlichen Fläche realisiert werden sollen.

- Image via Wikipedia
Da ein Design nach Prinzipien der Permakultur auch gewisse Rahmenbedingungen vorgibt an denen man sich orientieren kann ist der Spielraum ziemlich eingeschränkt. Prinzipiell ist es also wichtig alle Partizipierenden zu Beginn auf den gleichen Informationsstand zu bringen. Dazu soll im Spätfrühling eine Einführungsseminar in die Permalkultur dienen, parallel mit ersten Aktivitäten am Grundstück.
Mit Helge Schier und Philipp Rode von zwoPK haben wir zwei Mitstreiter mit viel Erfahrung im Bereich der Landschaftsarchitektur und auch Grundwissen bzw. sehr viel Offenheit der Permakultur gegenüber gefunden. Auch hier im Blog hoffen wir auf viel Resonanz und Tipps in Bezug auf die Planung und den partizipativen Prozess. Es wird also ausführlich darüber berichtet werden und kann damit faktisch zum Open Source Permakultur-Design Projekt werden. Falls jemand von euch bereits ähnliche derartige Projekte kennt (Open Source Ecology funktioniert in vielen Bereichen ja auch ähnlich und nutzt dazu Open+Pario), dann freue ich mich über Hinweise und Tipps. Ein zentraler Bestandteil dieses Open Source Prozesses wird die Bereitstellung der planlichen Grundlagen sein. Dabei ist diese natürlich nur zum Teil Open Source, denn die architektonische Planung wird von einem Architekturbüro unter deren Urheberrecht durchgeführt.
Wie auch immer. Ich bin bereit völlig neue Wege zu beschreiten und hoffe damit all die Erfahrung, die vielen Bücher und Artikel und zahllose Gespräche zu einer derartigen Arbeitsweise, die ich im letzten Jahr geführt habe, endlich in einem konkreten Projekt umsetzen zu können.
Betreten wir Neuland! – Barcamp Kunst und Nachhaltige Entwicklung
Warum wird überall über “Nachhaltigkeit” gesprochen und dennoch das selbst gesteckte Ziel der CO2-Reduktion nicht erreicht. Warum lassen wir zu, dass jeden Tag in den Medien von einer “Erholung der Wirtschaft” berichtet und damit der Eindruck erweckt, dass eine “Krankheit” damit überwunden wird, dass man zum gleichen Zustand zurückkehrt, der diese Krankheit ausgelöst hat?
Kann es sein, dass der Nachhaltigen Entwicklung ein (ver)bindendes Glied fehlt?
NeulandCamp 09 – Barcamp Kunst und nachhaltige Entwicklung
28.-29. November 2009 – Semper Depot | Atelierhaus der Akademie der Bildenden Künste, Lehargasse 8, 1060 Wien
Anmeldung und Themenbörse unter neulandcamp.mixxt.at
(long version des Artikel hier)
Wenn offizielle VertreterInnen nicht mehr Vertreten – #unsereuni
Nachdem ich nun schon einige Tage lesend und schauend (#unsereuni) verfolge, was im Audimax der Uni Wien passiert, konnte ich mir heute endlich selbst ein Bild davon machen. Mit allen 3 Kindern bepackt zog ich zu Allerheiligen statt auf den Friedhof zur Uni. Der Besuch selbst am Sonntag nachmittag war nicht so spannend (Film und kurze Diskussion darüber mit 3 Kindern im Gepäck kann nicht so viel ;-). Die ganze Protestbewegung löst bei mir aber doch so einige Gedanken aus.
Die StudentInnen in Wien haben meiner Meinung nach genau den Nerv der Zeit getroffen. Nach einem Jahr Wirtschaftskrise in dem die Politik alles versucht hat, ein System zu retten, das nicht zu retten ist. Nach protektionistischen Verschrottungsprämien und Konjunkturpaketen, die vielfach jene unterstützen, die sich dieses kapitalistische System auf schändlichste Art und Weise zu nutze machen. In Zeiten wo nun fast als Zwischenabrechnung Transferkontos angedacht werden, um zu zeigen, wieviel die Reichen (warum sind sie so reich?) als staatlich verordnete “Solidarität” den Armen (warum sind sie so arm?) über den Zwischenwirt Staat zahlen und nachher möglicherweise den “Korrekturstift” anzusetzen.
Bei ihrem Protest können die StudentInnen nicht offiziell von ihren VetreterInnen der ÖH vertreten werden, denn diese tritt nicht als Organisatorin auf. Sie unterstützt die Proteste dennoch. Der Wissenschaftsminister wirkt planlos, wenn er dennoch nur mit den offiziellen Vertretern sprechen will und nicht mit “Besetzern”, die “keine Organisation” oder offizielle Sprecher haben. Genau darin liegt aber die Stärke der Protestbewegung. Es kann kein direkter Druck ausgeübt werden auf Menschen, die sich regelmäßig der Wahl stellen müssen und im Hinterkopf möglichwerweise eine Karriere in einer der ihrer Gruppe nahen politischen Partei haben. Bei der letzten derartigen Wahl war die Beteiligung knapp über 25%. Vielleicht sprechen die Proteste im #Audimax jetzt einen großen Teil der 75% an, die nicht bei der Wahl war?
Es gibt noch weitere Dinge, die mich bei der Protestbewegung faszinieren und begeistern. Es handelt sich dabei ja um eine Basisbewegung, wie bereits erwähnt. Diese Bewegung kennt keine Hierarchien. Dabei schlägt mein Partizipationsherz höher. Keine Hierarchien bedeutet nämlich, dass Dinge nur dann wirklich vernünftig umgesetzt werden können, wenn es einen breiten Konsens darüber gibt. Dieser breite Konsens wird in täglichen Plena im Audimax hergestellt. Wer selbst nicht live dabei sein kann, der kann zumindest über den livestream zuschauen und hat theoretisch in einem der folgenden Plena die Möglichkeit auf getroffene Entscheidungen zu reagieren. Die Zahl der Zuschauer bei diesem Lifestream ist nahezu immer über 1000. Auch vor den offiziellen VetreterInnen, der hohen Politik und den Gesetzeshütern bleibt so nichts verborgen.
Welches Potential steckt hinter diesem Protest?
Meiner Meinung nach ein ganz großes. Die Studenten haben etwas begonnen, was in der Bevölkerung auf großes Echo stoßen könnte. Sie haben dabei den Vorteil, dass sie gewisse Freiheiten genießen, die nicht alle haben: keiner kann Sie kündigen, sie haben vermutlich auch keinen Verdienstentgang und können ihr Engagement später vielleicht sogar zu ihren eigenen Gunsten nutzen. Sie sind mit diesem Protest aber auch Türöffner für andere Gruppen, die nun bereits leise (oder auch lauter) im Hintergrund an der Türe kratzen. Ich denke, dass es noch viel mehr Menschen gibt, die sich durch ihre offiziellen Vertretungen nicht wirklich vertreten fühlen. Die Skandale des ÖGB haben gezeigt, was sich in diesem Machtapparat abspielt und die herrschende Politik hat für mich schon lange jegliche Vertretungskompetenz verloren. Sie schleppt sich nur mühsam von einem vorgezogenen Wahltag zum anderen. Dazwischen wird versucht sein Klientel möglichst umfassend zu bedienen und völlig ignoriert, dass man offiziell auch alle anderen Menschen in diesem Land vertreten sollte.
Die Proteste der Studierenden schlagen weite Wellen und das über die Grenzen dieses kleinen Landes hinaus. Nun wäre es wichtig, dass dieser Protest auch andere Bevölkerungsgruppen in seinen Bann zieht, denn am Ende des Tages geht es nicht nur um #unsereuni sondern um #unserewelt. Ich erkläre mich mit der Protestbewegung solidarisch als Vater, als Selbständiger und Angestellter einer österreichischen Universität, als einer, dem die eigene Zukunft im Einklang mit einer Zukunft für alle Mitmenschen und auf einer intakten Erde am Herzen liegt. Auch wenn ich nicht oft direkt im Audimax sein kann verfolge ich die Aktivitäten mit größter Aufmerksamkeit und freue mich, wenn das begonnene “Feuer” weitere Kreise zieht.
Vertraust du deinen politischen Vertretern? – Climate Action Day
Vertraut ihr euren politischen Vertretern? Was werden sie zwischen 7. und 18. Dezember machen? Werden sie in Kopenhagen sein und über eure/unsere Zukunft reden?
Man kann mich hier nun Pessimist nennen … aber ich vertraue meinen Vertretern ganz und gar nicht. Ums genau zu sagen muss ich natürlich eigentlich sagen, den Vertretern meines Landes (ich denke ich kann ruhigen Gewissens das “Innen” weg lassen, denn bei uns ist nahezu alles fest in Männer(bund)hand). Denn die Vertreter, die ich gewählt habe werden sicher nicht in Kopenhagen mitverhandeln. Die Vertreter also, die dort sein werden, haben absolut nicht mein Vertrauen. Sie sind Verantwortlich für Verschrottungsprämie, Bankenrettungspakete und Konjunkturpakete, die ein System aufrecht erhalten, das uns letztes Jahr finanziell in den Graben gefahren hat und schon viele Jahre unser Klima aufs äußerste belastet. Sprüche wie: “Endlich schließen sich Ökonomie und Ökologie nicht mehr aus.”, oder “Erst wenn Umwelt einen berechenbaren Wert hat kann man sie auch effizient schützen”, haben gerade diejenigen, die derzeit in Österreich wieder ganz unglaublich auf Gewinnkurs sind, geprägt und genau diejenigen werden nun auch in Kopenhagen mein Land vertreten. Sie werden wieder rechnen, ob wir uns den Klimaschutz “leisten” können und dabei immer das Auge auf die ökonomische Seite werfen.
Doch können wir es uns leisten das Klima nicht zu schützen?
Mir sind im Moment die Hände gebunden. Ich bringe derzeit einfach nicht die Zeit auf um auch laut schreiend auf der Straße oder hier im Blog zu protestieren gegen das, was derzeit hier im Gange ist. Meine Familie und meine Gesundheit brauchen derzeit mehr Aufmerksamkeit und daher agiere ich ausgiebig hinter den Kulissen bspw. an einem Gemeinschaftswohnprojekt.
Diese Woche wird eine Ausnahme sein. Am Samstag ist Climate Action Day und mit der Aktion 350 gibt es eine einmalige Gelegenheit Flagge zu zeigen und vielleicht auch von den Medien wahrgenommen zu werden. In Wien gibts dazu um 14:00 am Stephansplatz Gelegenheit. Dort soll Wiens erstes “Human Banner” organisiert werden. Auch in Österreich wird Facebook als Vernetzungs- und Organisationsplattform immer öfter benutzt und daher gibt es auch genau dort nähere Details zu diesem Event.
Vielleicht sieht man sich ja dort :-)
Web 2.0 Resistenz

- Image via Wikipedia
In meiner Beratungstätigkeit zum Thema Web 2.0 stoße ich in letzter Zeit immer wieder auf eine gewisse Resistenz diesem Thema gegenüber. Ich hab mich daher gefragt, ob es möglicherweise eine bestimmte (Berufs)Gruppe geben kann, die einfach mit dem Thema nichts anfangen kann. Bei meiner Einteilung der Menschen, die sich im Web 2.0 (gibt es das so eigentlich?) bewegen, kann man ganz grob zwischen 2 Gruppen unterscheiden:
- die, die damit arbeiten und
- die, die sich damit Vergnügen
Bei beiden Gruppen gibt es die Konsumenten und die Produzenten, also diejenigen, die Inhalte selbst zur Verfügung stellen und die, die Inhalte hauptsächlich konsumieren.
Beiden Gruppen gemeinsam ist sicher, dass sie das Web einerseits zur Kommunikation selbst nutzen, andererseits um Inhalte, welcher Form auch immer, anderen zur Verfügung stellen.
Nun ist für mich der Funfaktor der neuen Webgeneration sicher ganz groß, letztendlich aber nicht das, was ich daran so wirklich genial finde. Was mich besonders fasziniert sind die vielen Möglichkeiten der Zusammenarbeit über alle regionalen (leider nicht sprachlichen) Grenzen hinweg. Ok, ich höre schon die Einwände, dass (Zusammen)Arbeit ja auch Fun sein kann. Natürlich … ist schon klar. Die Trennung zwischen Arbeit und Freizeit ist bei einem Job, der einem Spaß macht natürlich fließend.
Worauf will ich hinaus: Wenn ich von Web 2.0 Resistenz spreche, dann meine ich eine Resistenz dagegen, das Web als Ort der Produktion zu sehen zu der ich selbst meinen Teil beisteuere. Viele Menschen konsumieren Inhalte, die andere zur Verfügung stellen und erkennen nicht die Möglichkeiten, selbst zu diesen Inhalten beitragen zu können. Sprich sie lesen Texte auf Wikipedia und kämen nie auf die Idee ihre eigenen Gedanken oder ihr eigenes Wissen dazu beizusteuern. Das ist die öffentliche Seite. Daneben gibt es den nicht öffentlichen Bereich, bspw. eine Kooperation zwischen Menschen, die am gleichen Thema arbeiten, aber an verschiedenen Orten sind. Hier verläuft die Zusammenarbeit immer noch nach dem alten Schema: Es werden Dokumente hin und her geschickt mit immer unübersichtlicheren Korrekturen (die man auch nur lesen kann, wenn man die gleiche Version vom gleichen Programm eines Monopolisten hat), von Zeit zu Zeit gibt es ein Meeting bei dem wichtige Dinge besprochen und Entscheidungen getroffen werden. Meist beschließt man auch Arbeitspakete bis zum nächsten Meeting. JedeR hat sein Projektmanagement-Tool über das er/sie den eigenen Arbeitsbereich koordiniert (analog oder digital) und am Ende des Projekts geht jedeR mit einem Koffer an Dokumenten und Kontakten seine/ihre eigenen Wege. Vielleicht gibt es noch eine Publikation. Doch der Weg dorthin existiert maximal in den Köpfen jedes/r TeilnehmerIn und wird noch dazu subjektiv interpretiert.
Meine Vision der Zusammenarbeit mithilfe des Web heute sieht anders aus:
- Dokumente existieren darin nur noch für offizielle Zwecke (Publikationen, Berichte an diverse Stellen, die diese fordern, …)
- Ein zentrales Wiki übernimmt die Aufgabe der Dokumente. Der Stand des Wissens ist jedem/r PartnerIn zu jeder Zeit bekannt und auf Basis dieses kollektiven Wissens werden wichtige Entscheidungen getroffen.
- Ein gemeinsames Projektmanagement-Tool wie dotProject dient als zentrale Schaltstelle für Termine, Aufgaben und den Projektfortschritt
- In einem internen Weblog werden Inhalte kommuniziert, die nicht dem Projekt direkt dienen, sondern der Zusammenarbeit per se nützen (Schwierigkeiten bei der Problemlösung, kleine Erfolge, ev. sogar persönliche Stimmungen, die man den KollegInnen mitteilen will)
- ein öffentlicher Blog dient als PR-Plattform und Kommunikationstool mit der Außenwelt. Hier ist genau festzulegen, welche Inhalte veröffentlicht werden dürfen, die dem Projekt nützen, nicht schaden.
Transparenz ist bei erfolgreichen Kooperationen oberstes Gebot. Die oben beschriebene Struktur bietet größtmögliche Transparenz. Natürlich muss der Nutzen dieser Transparenz von allen Beteiligten gleich gesehen werden und da bin ich dann auch bei meiner Conclusio für die Resistenz:
Das Web 2.0 bietet viele Möglichkeiten, Transparenz zu üben. Es erfordert die Offenheit dem Projektpartner gegenüber. Ein Commitment zur Offenheit bezüglich der Inhalte die das konkrete Projekt betreffen ist bereits zu Beginn der Zusammenarbeit unumgänglich. Wir leben aber in einer Gesellschaft in der Misstrauen und Neid immer häufiger in den Vordergrund rückt. Informationen werden häufig zum vermeintlichen, persönlichen Vorteil zurückgehalten. Wenn ich Infos zurückhalte, nehme ich gleichzeitig an, dass der/die andere das Gleiche tut und fühle mich in meinem Verhalten schnell bestätigt. Ich werde also zum Konsumenten dessen, was andere preisgeben und bekomme gleichzeitig keine Rückmeldung auf das, was ich selbst zurückhalte.
Viele Projekte zeigen, dass eine offene Kooperation sehr erfolgreich sein kann und jedeR ProjektpartnerIn davon profitiert. Die Open Source Community und hier das Beispiel Linux sind der beste Beweis dafür.
Die Prinzipien sind übrigens nicht nur auf Projekte anzuwenden, in denen PartnerInnen zusammenarbeiten, die an unterschiedlichen Orten tätig sind. Auch in Organisationen oder Unternehmen selbst lässt sich mit diesen Prinzipien weitgehende Transparenz verwirklichen und die Stärke der Vielen nutzen. Wir müssen die Möglichkeiten nur als Chance erkennen anstatt sie nicht als Bedrohung verteufeln.
Sind wir am Peak? – Falsche Frage!
Der Peak ist in aller Munde. Uns gehen die Ressourcen aus. Einige meinen es ist gar nicht so schlimm, denn die Statistiken zeigen nur ein Bild von den Ressourcen, die wir bisher kennen. Die Wahrscheinlichkeit noch viel mehr davon zu finden sind ihrer Meinung nach sehr hoch. Vorbeugend beziehen die Kritiker diese möglichen Vorkommen in ihre Statistik gleich mit ein.
Mich hat das Thema vor kurzem auch wieder eingeholt. Ich habe in der letzten Zeit immer unhinterfragter akzeptiert, dass es den Peak gibt und dass wir nicht mehr weit bis dorthin haben, oder gar schon dort waren. Die kaum in Zweifel gestellte Hubbert Kurve zeigt dies zu deutlich.
Und dann kommt jemand aus der Permakultur-Szene und konfrontiert mich mit “Wahrheiten“, die all das in Frage stellen. Und zwar von einer Perspektive, die ich bisher nicht gesehen habe: Wie entsteht Öl eigentlich? Nach einem kurzen Taumeln und dem Studium der “Wahrheiten” (oder sind es doch nur ander Verschwörungstheorien) bin ich aber wieder gefasst und stolpere gleichzeitig über den ebenfalls bereits beschriebenen Pfad aus der Szene: Die Exponentialfunktion und wunderbare Beispiele mit Bezug zu unseren “aktuellen Krisen” (Krisen entstehen dann, wenn das alte gestorben ist und das neue noch nicht geboren werden kann) von Prof. Albert A. Bartlett. Spannend hierbei ist für mich insbesondere die Sequenz ab Minute 3 im Teil 6 von 8. Die Grafik, die Bartlett in diesem Abschnitt präsentiert (in leicht abgewandelter Form auch rechts), zeigt, wie irrelevant die Diskussion über die Menge des Verfügbaren Öls ist in Bezug auf den Zeitpunkt des Peaks beim derzeitigen Verbrauch und den aktuellen Steigerungsraten. Kann Öl so schnell nachwachsen, selbst wenn man annimmt, dass es das rascher tut als bisher bekannt.
OK … soweit so gut. Doch irgendwie interessiert mich das Öl gar nicht. Die Wege, wie man aus einer möglichen Ölkrise herauskommt sind lang und breit beschrieben. Wenn man bei google eine blog search nach “Peak Oil” macht bekommt man 373,572 Ergebnisse. Es finden sich bestimmt auch darunter noch viele Tipps und Hinweise.
Die Exponentialfunktion und die Beschreibungen von Bartlett bringen mich aber zu ganz anderen Szenarien. Was ist, wenn wir auch bei anderen, lebenswichtigen Ressourcen an einen Peak gelangen? Was ist zum Beispiel wenn wir den Peak Water erreichen? Wo sind die umfassenden Studien zu diesem Thema und die Auswirkungen dieses Peaks auf die Menschheit, die Wirtschaft, das Finanzsystem. Die scheinbare Unwichtigkeit dieses Themas zeigt eine ander Blogsuche. Unter dem Begriff “Peak Water” findet man ganze 4,799 Einträge!!!! In einem Artikel von Meena Palaniappan and Peter H. Gleick wird die Ähnlichkeit der Konzepte von Peak Oil und Peak Water dargestellt. Die Hubbert Kurve könnte also auch den Peak Water darstellen. Doch nirgends kann ich eine Jahreszahl finden, in der der Zeitpunkt des Peaks nach heutigem Stand des Wissens festgelegt wird. Woran liegt das? Sind diese Daten nicht so wichtig? Würden diese Daten noch größere Panik auslösen, als die Daten über das Öl? Ich bin sicher, dass es Unternehmen gibt, die bereits ausreichend Datenmaterial darüber gesammelt haben. Diese sind bereits dabei Wasservorräte in großem Stil aufzukaufen. “Zum Schutz der Menschheit”, wie ein dummer Mensch von Nestlé es in einem wunderbaren Film ausgedrückt hat, denn “erst wenn Wasser auch einen Preis hat, wird man seinen Wert zu schätzen wissen”.
“Jammer nicht, kämpfe!” ruft Daniel in seinem Blogbeitrag den Utopisten zu. Und ich kann ihm nur zustimmen. Es ist nahezu lächerlich, was “Utopisten” als Veränderung und Nachhaltigkeit bezeichnen. Die Kommentare bei Daniel zeigen es nur zu gut. Ein wenig herumschrauben an den heutigen Bedingungen genügt ihnen um damit die Welt zu verändern. Einen Systemwandel würden sie nie mittragen oder gar visionär vorleben.
Zurück zum Start: Kann Permakultur auch ein Konzept für andere Peaks sein? Reto schreibt in seinem Blog über die Optionen für eine post-fossile Zivilisation, dass Permakultur eine Möglichkeit ist, die ein Imageproblem hat. Ich möchte sie auch nicht als eine Option für ein “post”-was-auch-immer sehen, sondern als eine Überlebensstrategie. Eine post-wasser-Zivilisation wird es nämlich nicht geben!!!
PR für Nachhaltige Blogs

Karrotten im Ökosozialen Web (c) derStandard.at
PR war nie so ganz meins und ist es immer noch nicht … zumindest wenn es um mich und meine Aktivitäten geht. Mein Ziel ist es zu agieren und dadurch präsent zu sein mit Themen, die mir wichtig sind. Umso mehr freut es einen dann, wenn dieses Konzept dann doch auch zu medialer Präsenz führt … so (von mir nahezu unbenmerkt) geschehen vor einigen Tagen auf derStandard.at.
Diese PR freut einen natürlich, denn es tut der Sache gut und motiviert einen den Weg weiterzugehen.
Ökopedia
Nach der Umwelt-Wiki gibt es nun auch eine Ekopedia. Schon auf der Startseite erkennt man, welchem großen Vorbild die Fondation Ékopédia nacheifert. Mit knapp 2000 Seiten ist der französische Teil denn auch der am besten Bestückte. Die deutsche Schwesterseite wirkt dagegen mit 9 Artikeln vergleichsweise bescheiden. Die Statistik zeigt jedoch, dass es ein Potential gäbe. Knapp 40.000 Besucher haben die deutschsprachige Unterseite bereits besucht. Hoffentlich sind darunter demnächst auch mehr Aktive als die bisher 7 registrierten Besucher.
Das Design der Ökopedia gefällt mir deutlich besser als die Umwelt-Wiki. Keine Werbung, sehr vertrauter Aufbau, weil der Stil der Wikipedia in vielen Bereichen imitiert wird. Ob das zum Erfolg wird ist offen. Mit 155 Seiten ist die Umweltwiki bisher nicht wirklich ein Renner. Dass hinter Ekopedia eine Stiftung steckt erscheint mir ein gutes Konzept. Es bräuchte jetzt aber im deutschsprachigen Raum zumindest einige Personen, die “professionell” erste Artikel erstellen.
Ein wenig über den eigenen Gartenzaun blicken steht jedem/r gut.
think globally, act locally
Nicht nur eine Phrase - eine Lebensphilosophie![Reblog this post [with Zemanta]](http://img.zemanta.com/reblog_e.png?x-id=f75e1131-d8d9-487b-95e3-658361d7e77c)
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