Aussaatkalender 2014

aussaatkalenderDie Zeit zum Aussäaen ist gekommen. Alle Gärtner*innen stehen schon in den Startlöchern. Für die, die jedes Jahr wieder vor der Frage stehen: “Wann kann ich welches Gemüse, welche Kräuter aussäaen und wann beginne ich sie vorzuziehen?” – und ich gehöre auch immer wieder zu denen – gibt es einige ganz nützliche Helferlein. Deswegen hier eine kleine Linksammlung zu meinen Favoriten

Aussaatkalender

  • aussaatkalender.com -> sehr übersichtlich, weil man sich an farblichen Balken orientieren kann. Es gibt eigene Kalender für Kräuter, Blumen und Gemüse
  • Aussaatplan nach Hubert Jaksch -> auch sehr übersichtlich. leider aber in schlechter Bildqualität hier veröffentlicht. Eine bessere konnte ich nicht finden
  • garten.net -> wer gerne nach Monaten sucht und so ein wenig den Überblick bewahren will, finden hier eine gute Struktur

Mondkalender

Wer noch einen  Schritt weitergehen will und auch nach dem Mond gärtnert, für den/die könnte dieser Mondkalender eine gute Hilfe sein:

Mondkalender (pdf)

Zum Abschluss noch ein Buchtipp:

Andrea Heistinger und Arche Noah haben im Herbst 2013 “Das große Biogarten-Buch” im Löwenzahn Verlag herausgegeben. Andrea Heistinger scheint damit endgültig in die Fußstapfen von Marie-Luise Kreuter zu treten ;-)

Andrea Heistinger, Arche Noah
Das große Biogarten-Buch
ISBN: 978-3-7066-2516-6

Das Leben des Christbaums nach dem Fest

weihnachtsbaum2013Wie so oft vor Weihnachten stehen vermutlich viele auch 2013 wieder vor der Entscheidung: Welchen Christbaum nehme ich dieses Jahr. Ich selbst habe schon zwei gescheiterte Versuche hinter mir einen lebenden Christbaum über das Jahr gut auf der Terrasse zu versorgen. Da hat mein sonst grüner Daumen leider kläglich versagt. Im letzten Jahr war dann Handwerk angesagt. Bei den Christbaumverkäufern bleiben ja immer unzählige abgeschnittene Äste zurück. Diese habe ich mir am 24.12. gegen etwas Trinkgeld geholt und auf einen Kugelbaum gebunden (siehe Foto oben). Meine Partnerin war zuerst nicht begeistert “wegen 50€ keinen ordentlichen Christbaum zu haben”. Das Ergebnis hat sie dann aber selbst überrascht. Die Kinder haben die Mogelpackung zuerst gar nicht bemerkt. Später wurde über das Christkind gelacht, dem die “richtigen Christbäume ausgegangen sind”.

Für 2013 habe ich wieder etwas neues entdeckt. Wer kein kreatives Händchen hat oder keinen Balkon oder eine Terrasse zum “übersommern” eines Christbaumes, der kann sich bei Green Rabbit schon jetzt einen Baum bestellen. Dieser wird geliefert und auch wieder abgeholt. Wer doch Platz hat für den Baum, der kann ihn auch behalten. Dazu gibt es Pflegehinweise für den Nadelbaum, damit er die unnatürliche Zeit als Christbaum auch gut überlebt.

Ob es für so einen Hinweis schon Anfang November nicht etwas zu früh ist, mag man sich fragen? Laut We Pimp the World kann man nur noch diese Woche (4. – 10.11.2013) Bäume für Wien Linz, Graz und Salzburg bestellen. Die Nachfrage scheint groß zu sein.

via We Pimp the World, einer Aktion der Mutmacherei

Bücherfrühling in der Stadt

Der Frühling lässt heuer zwar auf sich warten, dennoch sind die GärtnerInnen schon fleißig und ziehen kleine Pflänzchen auf Fensterbänken oder in Glashäusern vor. Sobald der Boden dann aufgetaut ist, kann er für die kommende Saison vorbereitet werden. Im letzten Jahr sind wieder viele Bücher publiziert worden, die sich insbesondere dem Gärtnern auf kleinstem Raum bzw. im städtischen Umfeld annehmen.

Ich habe einige davon gelesen, letztes Jahr aber keine Zeit mehr gehabt darüber zu berichten. Nun verschafft mir der anhaltende Winter etwas Zeit, das endlich nachzuholen. Im Folgenden möchte ich über diese 3 Bücher berichten:

  1. Josie Jeffrey: Mit Samenbomben die Welt verändern, Ulmer
  2. Judith Anger, Immo Fiebig, Martin Schnyder: Jedem sein Grün – Urbane Permakultur, Selbstversorgzung ohne Garten, kneipp verlag
  3. Andrea Heistinger: Handbuch Bio-Balkongarten, Löwenzahn


Mit Samenbomben die Welt verändern

Mit-Samenbomben-die-Welt-veraendernJosie Jeffrey
www.ulmer.de
ISBN 978-3-8001-7693-9

Samenbomben sind zum Ausdruck für Guerilla Gardening geworden. Zu Hause vorbereitet, in die Tasche gesteckt und an einem passenden Ort fallengelassen bzw. auf eine Brache geworfen, sind sie Ausdruck des Wunsches eine Gegend zu verschönern und diversen Insekten Futter zu bieten.

Josie Jeffrey hat diese Samenbomben zu ihrem Lebensinhalt gemacht und teilt ihre Erfahrungen nun in Form eines Buches mit uns. Sie beginnt mit den Ursprüngen der Samenbomben in Japan und erzählt, wie Masanobu Fukuoka, ein Gründervater des natürlichen Anbaus und der Permakultur, diese für seine Form der Landwirtschaft wiederentdeckt. Mit dem Ausspruch: “Jede Samenbombe ist ein komplettes kleines Universum!”, weist Fukuoka auch schon auf das Geheimnis der kleinen “Erdkugeln” hin.

Neben einem Grundrezept für Samenbomben (praktisch nach dem “Reinheitsgebot” Erde, Ton/Lehm, Wasser, Samen) zeigt Josie dann Mischungen für verschiedene Zielgruppen, wie Bienen, Vögel, Schmetterlinge.

Einen großen Teil des Buches widmet sie den Pflanzen selbst. Wunderbar übersichtlich findet man hier neben einem schnellen Steckbrief Details zur Pflanze selbst, zu deren Verwendung in der Küche und natürlich Angaben zum richtigen Zeitpunkt für die Samenbomben. Natürlich fehlen auch nicht die Hinweise auf “falsche Ziele”, wie bspw. genutzte Grundstücke oder andere private Flächen.

Ulmer hat den Inhalt in ein sehr ansprechendes und übersichtliches Layout mit vielen Bildern und Farben gegossen. Es macht immer wieder Freude es in die Hand zu nehmen und ich werde sicher auch dieses Jahr wieder einige Samenbomben in meiner Wohngegend “verlieren”.

Jedem sein Grün – Urbane Permakultur, Selbstversorgzung ohne Garten

jedem_sein_gruenJudith Anger, Immo Fiebig, Martin Schnyder
kneipp verlag
ISBN 978-3-7088-0544-3

Die AutorInnen des Buches entstammen der Permakultur-Schule von Sepp Holzer, dem Agrarrebell aus Salzburg. “Geht nicht, gibts nicht!, das hat sich Holzer sicher oft gedacht und genauso wird in “Jedem sein Grün” gezeigt, was alles auf kleinstem Raum bzw. in städtischem Umfeld möglich ist. Nach der Lektüre dieses Buches findet wohl JedeR ein Fleckchen in oder vor seiner/ihrer Wohnung an dem ausprobiert werden kann, ob man nicht doch einen grünen Daumen hat. Ob das nun Blumentröge oder eine kleine Windowfarm direkt am Fenster sind, Hochbeete, Kegelbeete oder Salatampeln auf einem Balkon oder einer kleinen Terrasse oder eine kleine Fläche in der Umgebung auf der man zum/r Guerilla GärtnerIn wird, ergibt sich aus den persönlichen Wohnverhältnissen. Verständlicherweise geht nicht alles überall, doch wie gesagt: Geht nicht, gibts nicht! Es ist mehr möglich, als man im ersten Moment vermuten mag. Man braucht nur ein wenig Kreativität, Mut und Wille und ein Buch wie “Jedem sein Grün”.

Neben der Vorstellung diverser Projekte in Österreich, der Schweiz, den USA und anderen Ländern, eröffnen die AutorInnen auch einen Einblick ins Pflanzenlatein und geben dort neben Infos zu den häufigsten (Gemüse-)Pflanzen auch Hinweise zu Kompost und guten Nachbarschaften einzelner Pflanzen.

Leider hat der kneipp verlag beim Layout weniger Kreativität als die AutorInnen beim Inhalt gezeigt. Hellgrauer Text auf hellgrünem Hintergrund ist unglaublich schwer zu lesen. Auch fehlen unter manchen Bildern die Bildunterschriften, sodass die Leserschaft nur raten kann, was auf dem Bild gezeigt wird bzw. wo es aufgenommen wurde. Ein kleiner Wermutstropfen beim Lesen selbst.


Handbuch Bio-Balkongarten

handbuch_bio-balkongartenAndrea Heistinger
www.loewenzahn.at
ISBN 978-3-7066-2494-7

Auch Andrea Heistinger  bedient mit ihrem neuen Buch die StadtgärtnerInnen. Die Autorin ist ja schon szenebekannt mit ihren Handüchern über Bio-Gemüse und Samengärtnerei. Dass diesmal Kleinstgärtner auch auf ihre Rechnung kommen, freut mich besonders.

In zahlreichen Beispielen werden Balkon-, Terrassen- und Kleinstgärten vorgestellt und zum Teil mit Handskizzen detailgenau erklärt.  Dazu gibt es Bauanleitungen für Wurmkompost (habe ich dann auch gleich nachgebaut und dieses Jahr schon den ersten Kompost geerntet), Tröge mit Wasserreservoirs und andere Bewässerungssysteme, Ranksysteme und vieles mehr.  Vom Samen, über den Boden bis zum Mulchen und Ernsten wird alles erklärt. Es bleiben kaum noch Fragen offen.

Natürlich fehlen auch die umfassenden Pflanzenbeschreibungen nicht, übersichtlich gegliedert in Kräuter, Rank-, Blatt- und Fruchtgemüse.  Und wie in den anderen Büchern der Autorin auch gibt es wieder Tipps und Tricks von Arche Noah GärtnerInnen, die aus ihrer Praxis berichten.

Resümee

Mit diesen 3 Büchern kann man voller Energie in die Gartensaison in der Stadt starten. Eine mögliche Überforderung ob der Vielfalt zu Beginn geht schnell in eine Expeditionsgeist über. Die Suche nach dem geeigneten Ort selbst in einer Wohnung ohne Balkon oder Terrasse wird zum Abenteuer. Wer etwas mehr Platz hat findet viele Ideen, wie auch der kleinste Raum produktiv genutzt werden kann, insbesondere indem man die die dritte Dimension, die Höhe, durch Rankgerüste ausnutzt. Oder man sucht sich eben einen “freien” Platz in seiner Umgebung, eine ungenutzte Brache, ein Stück Grün, das nicht genutzt wird und niemandem fehlt. Ein gutes Beispiel für letzteres ist der Längenfeldgarten, der nun bereits im 4. Jahr genutzt wird und stetig wächst.

Also, worauf noch warten, erdet euch, baut euch eure eigene Zukunft! Und berichtet hier in Kommentaren über eure Erfahrungen.

 

Kompost von Wiener Terrasse

Laut einer Untersuchung der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) sind “bis zu 60 Prozent des Restmüllaufkommens (in Wien) dem Bereich Ernährung zuzuordnen”. Die BOKU rechnet weiter, dass dies einer Menge von €100,- pro Kopf und Jahr entspricht. Und das, obwohl es die Biotonne gibt. Der darin gesammelte Biomüll (oder sollte man besser sagen Biorohstoff) wird einerseits in einer Biogasanlage verarbeitet, andererseits in einem Kompostwerk verarbeitet und dann auf den Wiener Mistplätzen wieder gratis zur Verfügung gestellt. Auch sehr praktisch.

Bokashi Kübel in unserer Küche

Ich habe allerdings vor 1,5 Jahren einen anderen Weg beschritten. Nachdem ich das Wort “Bokashi” zum ersten Mail gehört habe, wußte ich, dass unseren Haushalt kein Biorohstoff mehr verlassen muss. Eigentlich wollte ich mir ja aus 2 Malerkübeln selbst einen Bokashi-Kübel bauen. Da meine Frau aber kurz zuvor in Leo Hickmans Buch “Fast Nackt” über Wurmkomposter und dgl. gelesen hatte, entschied ich mich für die Profivariante bei vivanda.

Im letzten Frühjahr kam dann der Komposter auf die Dachterrasse. Seitdem verlässt der Biorohstoff unsere Wohnung einerseits als Ferment aus dem Bokashi, andererseits als unbehandelter Rohstoff direkt in den Komposter. Zuerst hatten wir noch zweifel wegen dem Geruch, da die verfügbare Fläche auf unserer Terrasse doch nur 30m² groß ist und auch dem Liegen auf der Wiese, dem Spielen der Kinder, dem gemütlichen Beisammensitzen, dem Grillen, … dient. Diese Zweifel haben sich aber schnell verflüchtigt. Ein konstanter Wind sowie die gute Durchlüftung des Komposters lassen üblen Geruch erst gar nicht entstehen. Einzig wenn der Bokashi-Kübel frisch entleert wurde gibt es einige Tage einen etwas säuerlichen Geruch. Da man mit der Entleerung aber nicht an einen bestimmten Zeitpunkt gebunden ist, kann man das auch machen, wenn man einmal ein Wochenende wegfährt.

Nach einem jahr Warten, konnte ich im Frühjahr 2011 den ersten Kompost ernten. Bei Sepp und Margit Brunner habe ich im Herbst zuvor noch 2 hilfreiche Dinge (neben vielen, vielen Anderen) gelernt:

  1. Der Reifetest für den Kompost: Kresse wächst gut auf reifem Kompost
  2. Wenn man Samenfreie Pflanzerde haben möchte, dann kann man das Gemisch aus je einem teil frischer Erde, Sand und Kompost in einem alten Dampfgarer erhitzen.

So einer stand doch tatsächlich bei meiner Mutter herum. Das Experiment ist zu 100% geglückt. Damit ist ein weiterer Schritt auf dem langen Weg in Richtung Selbstversorgung in der Stadt getan. Über die nächsten Schritte werde ich Kürze hier berichten.

Komposter auf der Dachterrasse in Wien

Komposter auf der Dachterrasse in Wien

Kresse-Test für reifen Kompost

Die richtige Mischung für die Pflanzerde wird von meinem Sohn fachgerecht angerichtet ;-)

Der Tipp von Sepp Brunner für eine samenfreie Pflanzerde war sehr hilfreich

Solardörrer am Dachgarten

Mein kleines Helferlein

Mein kleines Helferlein

In der neuen Ausgabe von brand eins wird über die Gärten von New York und andere Großstädte der USA berichtet, Lebensart und Sol berichten von Interkulturellen Gärten in Wien. Selbstversorgung in der Stadt ist populär wie nie zuvor. Auch ich habe wieder einen Schritt in diese Richtung getan. Auf dem Dachgarten ist das Gemüse angepflanzt und die Beeren stehen in voller Blüte. Bald kommen auch noch die Tomaten in die freie Wildbahn und seit an diesem Wochenende tritt die neueste Errungenschaft in Aktion: Der Solardörrer, Marke Eigenbau (mit Anleitung ;-)

Die Idee einen Solardörrer zu bauen begleitet mich mindestens seit Retos Bericht über den Bau seines “Solardörrers für Arme“. Nachdem ich dann im letzten Jahr nach dem Genuss köstlichen Dörrobsts von Freunden (aus dem Elektrodörrer) endgültig beschloss, diese Köstlichkeit für den nächsten Winter selbst und ohne Energie aus der Steckdose erzeugen zu wollen, machte ich mich auf die Suche nach einer Anleitung. Dabei stieß ich natürlich wieder auf den bericht von Reto und seinen Verweis auf “Edis Profigerät“. Eine Nummer zu groß für uns. Der Platz war auch nicht vorhanden. Bald schon stieß ich aber auf die Website der Landwirtschaftlichen Fachschule Edelhof im Waldviertel und dort wurde tastsächlich ein Solardörrer-Selbstbaukurs angeboten. Die Ernüchterung folgte im selben Moment. Der Eintrag auf der Website war bereits 2 Jahre alt. Doch eine Anfrage stimmte mich gleich wieder positiv. Für Frühjahr 2009 war der nächste Kurs angekündigt.
Vor 2 Wochen war es dann also so weit und ich fuhr ins Waldviertel. Da der Kurs bereits um 9:00 begann, war eine Anreise mit öffetnlichen Verkehrsmittel nicht denkbar. Es war noch dazu Samstag und da dünnen sich die Angebote unserer öffetnlichen Mobilitätsanbieter immer bis auf nahezu 0 aus. Es blieb also nur da Auto. Am Ende hat sich das als ganz nützlich herausgestellt, denn das fertige Gerät wiegt doch gute 15 Kg und kann schon als etwas sperrig bezeichnet werden.
Für den Bau waren von Erich Strobl 4 Stunden angesetzt. Das war natürlich nur möglich, da das gesamte Material bereits zugeschnitten und vorbereited war. Wir mussten als nur noch alle Teile zusammenschrauben und schon war alles fertig. Die Teilnehmerinnen waren bunt gemischt, Männer und Frauen, Junge und Ältere, Städter und Menschen aus der Umgebung. Jeder und Jede legte Hand an. Präzession war oberstes Gebot – dennoch musste ich zu Hause an einigen Stellen noch nachschleifen und ein wenig justieren. Nun bin ich gespannt auf die erste “Ernte”.
Die nächten Kurse sind übrigens schon angekündigt.

Das Rooftop Garden Project

Wenn Dächer zu grünen Oasen werden, dann ist das Therapie, Erziehung, Entspannung und Ökonomischer, ökologischer und sozialer Nutzen. Wie könnte sich Nachhaltigkeit also besser definieren lassen als mit dem Rooftop Garden Project in Montreal?

via: Inside Urban Garden

Kartoffelernte am Dach

Die Kartoffel sind reif und der Versuch des Kartoffelanbaus auf der Dachterrasse kann durchaus als Erfolg bezeichnet werden. Vor knapp einem halben Jahr habe ich bereits darüber berichtet, dass ich diesen Sommer ein kleines Stück in Richtung Eigenversorgung tun will und unseren Dachgarten auf “Produktion” umstellen werde. Vieles ist gewachsen, so z.B. grüner Salat, tamoten und jede Menge Kräuter, Erdbeeren und Brombeere. Die Himbeeren wucherten zwar ebenfalls aber außer Blättern und Stacheln war nichts dran. Der Kohl lässt noch ein wenig auf sich warten, konnte aber im Schutz von Salat und Tomaten bereits eine akzeptable Größe erreichen. Mein ganzer Stolz sind aber die Kartoffeln. Ein Tipp von Peter im vorher erwähnten Bericht vom April 2008 brachte micht auf Don Catos Grüne Reviere und dort las ich wieder einmal vom Kartoffelbeet im Autoreifen. Zu diesem Zeitpunkt lagen gerade einige Wurzeln treibende Kartoffeln bei uns in der Küche und nichts war also naheliegende als einen Versuch zu starten. Da Autoreifen auf einer derart kleinen Terrasse kein gutes Bild abgeben, benutzte ich 2 leerstehende Blumentöpfe, in denen im letzten jahr noch irgendwelche “Design-Pflanzen” mehr schlecht als recht vor sich dahingewachsen sind. Diese haben seit heuer keinen Platz mehr auf der Terrasse. Bereits nach kurzer Zeit kamen die ersten Grünteile aus der Erde und wurden sogleich wieder mit Erde und Kompost bedeckt. das ganze konnte ich 2 mal hintereinander wiederholen. Dann war der Topf voll mit Erde und das große Warten ging los. Die Bilder zeigen, dass sich das Grün immer wieder neue Wege durch die Erde gebahnt hat.

Vergangenes Wochenende wurde es schließlich spannend: Erntezeit.

Unter tatkräftiger Hilfe von Samuel stürzte ich also den ganzen Topf in großer Erwartung. Das Experiment war geglückt. Aus 2 Kartoffeln, die im Frühjahr als Überbleibsel der Ernte aus dem Jahr 2007 von Marchfelder Bio-Bauern in unserem Vorratskasten ausgetrieben sind, wurden auf unserer Terrasse etwa 1,5 Kg Kartoffeln. Nicht besonders viel werden einige sagen und damit haben sie natürlich recht. Man muss aber die äußeren Bedingungen berücksichtigen. Insgesamt haben in jedem Topf max. 0,016 m3 Erde Platz, es wurden keinerlei Düngemittel oder sonstige Helfer zugeführt. Einzig gießen musste ich trotz reichem Niederschlag in diesem Jahr gelegentlich. Insgesamt war also der Einsatz minimal und der Versuch kann durchaus als geglückt bezeichnet werden.

Nicht alles Gemüse, das ich gepflanzt habe führte zu einem derartigen Ergebnis. Der Salat beispielsweise blieb teilweise recht klein. Das ist einerseits auf die doch vermutlich bereits etwas ausgelaugte Erde in den Blumentrögen zurückzuführen, andererseits aber vielleicht auch auf die doch sehr ausgesetzte Lage und die teilweise sehr starken Winde. Für nächstes Jahr überlege ich einen kleinen Folientunnel zum Schutz aufzubauen. Mal sehen, ob es den auch in Minivarianten für Dachterrassen gibt :-)

Die Erdbeerernte hätte meiner Meining nach auch etwas üppiger ausfallen können. Einem Tipp im Magazin Lebensart folgend habe ich zwischen die Erdbeerstöcke Knoblauch eingesetzt. Dieser entstammte ebenfalls unserem eigenen Vorrat (da bleibt ja immer etwas übrig). Anfangs hat er gut ausgetrieben, doch Plötzlich war er weg. Ob Ihn Vögel oder andere Tiere geholt haben, weiß ich nicht. Vielleicht wurden auch dadurch die Erdbeeren geschützt. Bei denen wiederrum kann es natürlich auch sein, dass meine beiden Kleinen Buben bereits beim ersten roten Schein auf den Früchten zugelangt haben.

Den Himbeeren gebe ich im nächsten Jahr noch eine Chance. natürlich muss ich mich auch noch einmal schlau machen, was vielleicht am Standort zu ändern wäre. Es wird also wieder Arbeit geben. Fürs erste Jahr blicke ich aber durchaus mit Zufriedenheit zurück auf den Versuch und habe Mut fürs nächste Jahr gesammelt.

Unser Dach wird grüner

Mit diesem Beitrag beginnt eine Serie, die ich mir schon lange vorgenommen habe. Ein Bericht aus meiner persönlichen Praxis gewissermaßen: meine 12 m² Grün am Dach.

Die Vorgeschichte:
Dachgarten AusgangslageAls wir 2004 nach 2 Jahren in Ecuador in eine neue Wohnung in Wien zogen, da bot sich eine einmalige Gelegenheit: ein Dachbodenausbau mit Terrasse, die noch nicht gestaltet war. Geplant war dort vonseiten der Hausbesitzer eine Begrünung, doch statische Überlegungen ließen den Besitzer an der Umsetzbarkeit zweifeln. Für mich war das eine Herausforderung und so nahm ich meine Bücher zur Hand und recherchierte im Internet, nach den Minimalbedingungen für eine Dachbegrünung. Die Vorgabe war:

  • max. 12cm Stärke Bodenmaterial
  • Davon ein Anteil von 50% leichtes Material (z.B. Vermiculit)

Für mich kamen dann noch folgende Kriterien dazu:

  • Die Fläche sollte begehbar sein
  • Sie sollte für Kinder erlebbar und nutzbar sein
  • Es musste eine Bewässerung geben

Rollrasen VerlegungWir hatten insgesamt etwa 30 m² zur Verfügung. nach langen Diskussionen mit den Hausbesitzern ließ man mich gewähren und stand mir 12 m² für mein “Experiment” zu.

Die Umsetzung:

Die ersten Probleme gab es gleich ganz zu Beginn. Der Tischler, der die restliche Terrasse mit Holz ausgestalten sollte musste seine Arbeit zuerst erledigen (es waren insgesamt über 300 m² Fläche für 4 Mietern zur Verfügung). Da in dessen Planung Jahreszeiten aber eine andere Bedeutung haben, wurde der “Rahmen” für mein Grün erst im Juli fertig. Sehr spät für die Aussat von Wiesensamen in Extremlage, wie es die Terrasse nun einmal ist. Ich entschied mich also kurzerhand für Rollrasen, um nicht ein ganzes Jahr warten zu müssen. Die Bewässerung mit einem zentralen Sprinkler wurde verlegt, sowie eine Leerverrohrung für eventuelle Kabel im Holzterrassenteil (was sich später als sehr nützlich erweisen sollte) und das Bodenmaterial – eine Gemisch aus Leichtmaterial, Kompost, den man in Wien beim Mistplatz gratis bekommt und Erde von einer Friedhofsgärtnerei – aufgebracht. Dann kam der Rollrasen und in nur 2 Tagen hatten wir unser Grün.

Dachgarten Stand 2007Fürs erste Jahr war damit die Arbeit so gut wie getan. Bevor ich weitere Schritte setzen konnte brauchte der Rasen nun Zeit zum Anwachsen und ich Zeit zum Beobachten, welche weitere Bepflanzung die extremen Bedingungen (vor allem Wind) zulassen würde.

2 Sommer lang habe ich nun beobachtet, probiert und wieder beobachtet und kann – nicht ganz ohne Stolz – sagen, dass mein “Experiment” sich sehr gut entwickelt. Der Rasen ist gut angewachsen. Neue Pflanzen haben ihren Weg hierher gefunden (teils durch natürlichen Anflug, teils durch meine Mithilfe).

In diesem Frühjahr möchte ich einen weiteren Schritt gehen und den “Produktionsbetrieb” beginnen.
Sebastian in der Arche NoahStatt diverser Zierpflanzen, die ich eingepflanzt habe um andere Pflanzen zu schützen oder auch zu verhindern, dass der Wind den Boden zu sehr austrocknet, sollen Obst und Gemüse ihren Weg in unseren Garten finden. Selbstversorgung im Kleinen sozusagen.
Sebastián ist mittlerweile auch schon groß und hilft mit, wenn er Lust dazu hat. Ich werde wieder viel beobachten müssen und darüber hier auch weiter berichten.