Solardörrer am Dachgarten

Mein kleines Helferlein

Mein kleines Helferlein

In der neuen Ausgabe von brand eins wird über die Gärten von New York und andere Großstädte der USA berichtet, Lebensart und Sol berichten von Interkulturellen Gärten in Wien. Selbstversorgung in der Stadt ist populär wie nie zuvor. Auch ich habe wieder einen Schritt in diese Richtung getan. Auf dem Dachgarten ist das Gemüse angepflanzt und die Beeren stehen in voller Blüte. Bald kommen auch noch die Tomaten in die freie Wildbahn und seit an diesem Wochenende tritt die neueste Errungenschaft in Aktion: Der Solardörrer, Marke Eigenbau (mit Anleitung ;-)

Die Idee einen Solardörrer zu bauen begleitet mich mindestens seit Retos Bericht über den Bau seines “Solardörrers für Arme“. Nachdem ich dann im letzten Jahr nach dem Genuss köstlichen Dörrobsts von Freunden (aus dem Elektrodörrer) endgültig beschloss, diese Köstlichkeit für den nächsten Winter selbst und ohne Energie aus der Steckdose erzeugen zu wollen, machte ich mich auf die Suche nach einer Anleitung. Dabei stieß ich natürlich wieder auf den bericht von Reto und seinen Verweis auf “Edis Profigerät“. Eine Nummer zu groß für uns. Der Platz war auch nicht vorhanden. Bald schon stieß ich aber auf die Website der Landwirtschaftlichen Fachschule Edelhof im Waldviertel und dort wurde tastsächlich ein Solardörrer-Selbstbaukurs angeboten. Die Ernüchterung folgte im selben Moment. Der Eintrag auf der Website war bereits 2 Jahre alt. Doch eine Anfrage stimmte mich gleich wieder positiv. Für Frühjahr 2009 war der nächste Kurs angekündigt.
Vor 2 Wochen war es dann also so weit und ich fuhr ins Waldviertel. Da der Kurs bereits um 9:00 begann, war eine Anreise mit öffetnlichen Verkehrsmittel nicht denkbar. Es war noch dazu Samstag und da dünnen sich die Angebote unserer öffetnlichen Mobilitätsanbieter immer bis auf nahezu 0 aus. Es blieb also nur da Auto. Am Ende hat sich das als ganz nützlich herausgestellt, denn das fertige Gerät wiegt doch gute 15 Kg und kann schon als etwas sperrig bezeichnet werden.
Für den Bau waren von Erich Strobl 4 Stunden angesetzt. Das war natürlich nur möglich, da das gesamte Material bereits zugeschnitten und vorbereited war. Wir mussten als nur noch alle Teile zusammenschrauben und schon war alles fertig. Die Teilnehmerinnen waren bunt gemischt, Männer und Frauen, Junge und Ältere, Städter und Menschen aus der Umgebung. Jeder und Jede legte Hand an. Präzession war oberstes Gebot – dennoch musste ich zu Hause an einigen Stellen noch nachschleifen und ein wenig justieren. Nun bin ich gespannt auf die erste “Ernte”.
Die nächten Kurse sind übrigens schon angekündigt.

GEO verlost Wald in Kanada

Micha hat in seinem Beitrag schon darauf verwiesen, dass sich GEO in seiner neuen Ausgabe dem Thema strategischem Konsum widmet. Nun ist in meinem Postkasten mit dem neuen Biber-Katalog eine Umfrage zum Thema eingetroffen und damit verbunden ein interessantes Gewinnspiel: Es wird ein Grundstück in Kanada verlost. Laut. Beschreibung ist das Grundstück bewaldet und liegt an einem der Flüsse in Kanadas Nordosten an dem sich bereits die Kapitalistische High Society Kanadas tummelt.

Wie ist dieser Gewinn zu verstehen bei einer Umfrage in der es u.a. auch um Klimawandel und die Ressourcen der Zukunft geht? Am Gewinnspiel muss man nicht teilnehmen. GEO bietet allen “strategischen Konsumenten” auch den Verzicht an. Im “analogen” Brief der mit dem Biber-Katalog gekommen ist, wird diese Möglichkeit explizit für die 3 Gratis-Ausgaben angeboten, die Teilnahme am Grundstücksgewinnspiel kann man durch ein Nicht-Ankreuzen ablehnen.

Ein durchaus interessanter Zugang zum Thema. Wer übrigens online an der Umfrage teilnehmen will, der findet sie hier. Für die Teilnahme ist allerdings ein Aktivierungscode nötig.

Ein (Ö)kodorf ensteht

Auftakveranstaltung für die Besiedelung des Ökodorfs in Österreich

Auftakveranstaltung für die Besiedelung des Ökodorfs in Österreich (c) Keimblatt Ökodorf

Seit etwa einem Jahr engagiere ich mich nun schon bei Keimblatt Ökodorf und noch kein Wort darüber ist hier gefallen. Das soll sich nun ändern, denn am 25. Oktober fand die langersehnte Auftaktveranstaltung für die Besiedelung des ersten österreichischen Ökodorfs statt und ich war selbstverständlich mit dabei. Da nicht nur aus der Ferne darüber berichtet werde soll, hier ein kleiner Live-Bericht.

Das Ökodorf soll im südlichen Burgenland im Umfeld der weit über die Szene hinaus bereits bekannten Region Güssing im Südburgenland oder in der östlichen Steiermark enstehen und in der derzeitigen Planung bis zu 300 Menschen eine neue Heimat in Friedfertigkeit, Nachhaltigkeit und Selbstentfaltung bieten.

Die Frage meiner Erwartungen für die Veranstaltung konnte ich schon bei der Veranstaltung nicht genau beschreiben und ob sie nun erfüllt wurden, wird hier also nicht Thema sein. Vielmehr möchte ich von einer Veranstaltung berichten, bei der etwa 120 Menschen bereits jetzt ein gelebtes Beispiel der Vision eines Ökodorfs abgaben. Eine bunte Mischung an Menschen jeden Alters, vielseitige Berufe und Berufungen sowie Herkunft hatten dabei ein gemeinsames Motto: Es braucht ein ganzes Dorf …

Nach diesem Motto wurde einen ganzen tag lang besprochen, präsentiert, visioniert und gefragt. Dabei zeigte sich, dass viele Menschen viele Ideen und Fähigkeiten einbringen können und damit der Realisierung eines Dorfes, das von Grund auf die Prinzipien der Nachhaltig(en Entwicklung)  umzusetzen versucht möglich wird. klar mögen nun einige sagen, dass es dazu nicht einer eigenen Struktur bedarf und dass schon durch den kompletten Neubau ein Prinzip der Nachhaltigkeit verletzt wird, nämlich die Wiederverwertung und Nutzung bestehender Ressourcen und Strukturen. dazu ist zu sagen, dass es eben auch diese Strukturen und Ressourcen sind, die hier möglichst weitgehend genutzt werden sollen. Man versucht sich in einer Region zu verankern, die bereits sehr weit in Richtung nachhaltige Lebensweise entwickelt ist. Synergien mit der region und ihren Menschen sowie Wirtschaftsbetrieben sollen zu einer Verzahnung des Ökodorfs mit seiner Umgebung führen und weitgehen auch auf sie ausstrahlen, sei es nun durch erzeugte Produkte, durch Seminare oder Ausbildungseinrichtungen.

Das Ökodorf will nicht “unter sich” bleiben. Es will ein Beispiel sein und ein nachahmen ist ausdrücklich erwünscht. Das nächste halbe jahr bis Mai 2009 wird nun in zahlreichen Workshops genutzt um der tatsächlichen Besiedelung einen Schritt näher zu kommen. Am Ende dieser Phase soll dann der Kauf eines passenden Grundstücks stehen und bereits im nächsten Sommer wollen die ersten Pioniere mit der Aufbauarbeit beginnen. Ob ich in der ersten Gruppe mit dabei bin, kann ich noch nicht sagen. Etwas unerwartet aber mit großer Freude hat sich ein weiterer Nachwuchs in unserer Familie angekündigt und rät somit zu Geduld und Entschleunigung :-). Jedenfalls werde ich hier weiter vom Prozess berichten und freue mich einigen von euch während dieser zeit vielleicht sogar aktiv zu begegnen.

Langfristige Kundenbindung?

Ein Brief des ehemaligen Gasmonopolisten von Wien flatterte neulich in unseren Briefkasten und kündigte eine Erhöhung der Gaspreise an. Folgender Absatz hat mir gefallen. Man hat also volle Freiheit, wenn man der Preiserhöhung nicht zustimmen will:

Wir weisen Sie darauf hin, dass Sie innerhalb von zwei Wochen ab Erhalt dieses Schreibens der Preisänderung für Erdgas schriftlich widersprechen können. Erheben Sie keinen Widerspruch, gelten die neuen Preise ab 15.11.2008 als vereinbart. Im Fall ihres Widerspruchs müssen wir aufgrund rechtlicher Bestimmungen Ihren bisherigen Liefervertrag schon jetzt mit 31.1.2009 für beendet erklären.

Na da lob ich mir die Marktöffnung auch im Gassektor. Vielleicht nutzen einige diese Aufforderung von Wien Energie umzusteigen. Leider gibt es, meines Wissens nach, noch keine echten Ökogas Anbieter. Doch am  ökologischer Biogasangebot wird schon kräftig gebastelt.

Energiespartag

Man sollte glauben, das Thema Energiesparen ist heute eines, das von allen Seiten sehr ernst genommen wird. Die Berichte des IPCC, die klaren Aussagen der EU-Kommission und viele schöne Worte von Politikern und Unternehmern (ich belasse es hier beim genus masculinus, denn die Mehrheit der Schlauredner ist noch immer zu männlich) liesen zumindest bei mir ganz schwach dieses Gefühl aufkommen.

Nun gibt es auch schon einen Energiespartag, den 29. Februar …. na, stutzt ihr auch schon …. oh ja, es gibt heuer tatsächlich einen 29. Februar. Einmal fand ich zwei Plakate nebeneinander. Auf einem die Werbung für den genannten Energiespartag, am anderen die saudumme Werbung der Geiz-Ist-Geil-Kette von Sonderaktionen, die es nur alle 4 jahre gibt. Das ist wenigstens ehrlich dachte ich.  Warum man allerdings gerade den 29. Februar als Energiespartag wählt, das muss man mir erst einmal erklären. Ist in diesem Punkt Geiz vielleicht auch geil?

Schützt Konsumpatriotismus das Weltklima?

Das Referat für Entwicklungspolitik der ÖH-BOKU zeigt die Macht der KonsumentInnen. Das Erkennen globaler Zusammenhänge ist Voraussetzung für effizienten Klimaschutz. Werden sie ausgeblendet, wird Klimaschutz leicht zur Durchsetzung von Interessen mächtiger Wirtschaftszweige missbraucht.

Dienstag, 15. Jänner 2008, 17:00
Simonyhaus der Universität für Bodenkultur, EG03
18, Peter Jordanstraße 65 (vis á vis TÜWI)
Öffi´s: 10A, 37A, 40A – Haltestelle Dänenstraße

Details

Atomstromanerzeuger als Ökostrom-Anbieter

So traurig und enttäuschend dieser Titel ist, so sehr ist er doch Realität im immer leichtfertigeren Umgang mit dem Begriff “Öko”. Ich möchte hier nicht auf die Diskussion um das Kyoto-Folge-Protokoll eingehen, das in Bali diskutiert wurde und nachdem Atomstrom als ein Beitrag zum Klimaschutz ernsthaft diskutiert werden soll. Diese Diskussion wurde ja bereits in vielen Medien besprochen und von vielen NGOs aufgegriffen. Nein, ich möchte hier von Renewable Energy Certificate System (RECS) schreiben. Denn daran kann man wieder einmal erkennen, woran unser System krankt. Die Ursache ist längst bekannt (unser Lebenstil), doch bekämpft werden Symptome. [Weiterlesen...]