Österreich sucht die 7 Waldwunder

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Österreich sucht die 7 Waldwunder. Die Österreichischen Bundesforste gehen damit konsequent den Weg weiter zu einem Betrieb, der den Begriff der nachhaltigen Waldnutzung nicht mehr nur im ursprünglichen Sinn der Nutzung als Bau- oder Brennholz sieht. Die Bedeutung des Waldes als Freizeitraum, Schutzwald oder auch als CO2-Speicher ist unumstritten. Alle 3 Funktionen erfüllt ein Wald erst nach vielen Jahren. Das volle Potential der CO2-Speicherung erreichen viele Bäume erst nach 60 Jahren und mehr. Aufforstungen sind daher zwar wichtig. Viel wichtiger ist aber der Schutz von alten Beständen.

Auf www.waldwunder.at kann unter einer Vielzahl von Wäldern ausgewählt werden. Zusätzlich können eigene Bilder und damit auch der ganz persönliche Lieblingswald hochgeladen werden. Eine Karte im unteren Teil der Website zeigt live, wo sich der Wald befindet.

Neben einer interessanten Initiative nutzen die Bundesforste mit der interaktiven Website die Möglichkeiten des Web 2.0 auf sehr attraktive Art und Weise. Ein schönes Beispiel für Crowdsourcing.

Unser Dresscode ist klimaschädlich

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Unser Dresscode ist klimaschädigend. Diese These ist vielleicht ein wenig gewagt. Einige Beobachtungen, die ich im Winter aber immer wieder mache, belegen sie zumindest auf einer nicht-wissenschaftlichen Basis.

Wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln in der Stadt unterwegs ist, dann erlebt man ein ständiges heiß-kalt. Die Heizungen im Innenraum sind voll an und sobald man aussteigt ereilt einen Väterlein Frost. Verkühlungen  und andere Krankheiten sind eine häufige Folge. Viele Büros und Wohnungen werden ebenfalls auf bis zu 25°C geheizt. Wenn man wie ich dennoch oft mit dem Fahrrad unterwegs ist und lange Unterhosen sowie entsprechendes funktionelles Obergwand an hat, dann wird man von den Temperaturen in so manchem Gebäude regelrecht erschlagen.

Doch ich bin nicht die Norm für diese Temperaturen, das ist mir klar. In den Büros sitzen Menschen im Hemd oder Kostüm. Kleidung, die sich vielfach (insbesondere bei Männern) nicht von der Sommerkleidung unterscheidet. Unter einem Hemd lässt sich schwer ein Pullover oder etwas anderes Wärmendes anziehen und das Sakko legt man an der Arbeitsstätte auch gerne möglichst rasch ab. Krawatten sind sowieso out. So kann das Hemd leger mit ein, zwei offenen Knöpfen getragen werden.

Dicke Strumpfhosen für Damen sind auch meist fern vom Dresscode. Häufiger sieht man auch im Winter Damen mit Sommerschuhen und ohne Strumpfhose, die frierend den kurzen Weg vom Auto zum Geschäft oder Büro zurücklegen. Eine Studie zu diesem Thema wäre durchaus interessant.

Die Medien werden darüber nicht schreiben

(c) momosu | Pixelio

Wir wissen alles, was in der Welt passiert, oder? Die Medien lassen keine Katastrophe aus. Man muss dafür noch nicht einmal einen Fernseher besitzen oder eine Zeitung kaufen. In Wien genügt die Fahrt mit einem öffentlichen Verkehrsmittel und man wird von 2 Gratisblättern österreichbekannter Boulvardzeitungen überschwemmt mit bluttriefenden Taten aus aller Welt und nächster Umgebung. Es entgeht uns nichts …. oder doch? Schon einmal von Joanna Macy gehört, von Tiefenökologie und dem großen Wandel.

Letzte Woche nahm ich mit der ganzen Familie an der Konferenz “Inseln im Chaos” des Holon-Instituts in Lindenberg im Allgäu teil um Joanna Macy und ihre Message zu hören und zu fühlen, was derzeit wirklich in der Welt passiert. “Die Medien werden nicht darüber berichten!”, waren einige ihrer ersten Worte. Damit hat sie nicht die Konferenz selbst gemeint. So etwas ist nicht sensationell genug für unsere “Qualitätsmedien”. Ist auch nicht wichtig. Wichtiger und für Medien dennoch genau so uninteressant wie die Konferenz ist aber das Thema das Joanna Macy als die dritte große Revolution der Menschheit bezeichnet: Nach der Sesshaftwerdung in der Steinzeit und der industriellen Revolution, stehen wir nun vor einer Weiteren. Einer bei der es um unser eigenes Überleben geht, der ökologischen oder Nachhaltigkeitsrevolution. OK, jetzt werden sich einige denken, nicht schon wieder das. Das ist doch nichts neues und nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Die Welt wird schon nicht untergehen und wir schrauben eh schon ein bisschen hier und da herum. “Des wiad schon wida! Keine Panik!”, blablabla,… Doch Joanna Macy bringt es auf den Punkt, worum es geht. Auch mit dem Herumschrauben bleibt ein Paradigma unhinterfragt: Wachstum. Der Beginn der großen Krise ist kaum 2 Jahre her und schon wird wieder vom nötigen Wirtschaftswachstum geredet, ohne dem nichts geht. Die Wahlen zumindest im deutschsprachigen Raum aber auch in England und vielen anderen Ländern werden von Konservativen, liberalen oder gar Rechtsaussen Parteien gewonnen, weil Sozialisten und Linke nichts, aber auch gar nichts anzubieten haben (zumindest in Österreich). “Wachstum in einem System (unsrer Welt), das nicht wächst kann nicht funktionieren. Das versteht ein Kind spätestens mit 8 Jahren.”, so Joanna Macy weiter. Einen einzigen Faktor als Maßstab für das Funktionieren eines Systems zu wählen und diesen dann auch noch konstant wachsen sehen zu wollen, kann nur zum Kollaps führen. Namhafte Ökonomen nennen dieses System daher schon Selbstmordsystem.  Doch die Medien werden das nie schreiben. Damit kann man kein Geld verdienen.

Doch der große Wandel ist im Gange. Alle, die hier hergekommen sind (immerhin 190 Menschen allen Alters) wissen und spüren das. Der große Wandel hin zu einem lebenserhaltenden System. Dieser Wandel sei begleitet von einer großen Unsicherheit, so Joanna Macy, Doch diese Unsicherheit führt dazu, dass wir zu unseren besten Eigenschaften, zu einer großen Stärke finden. Wer ist schon motiviert, wenn er/sie hört: “Es wird alles gut werden! Mach dir bloß keine Sorgen!”? Engagement wird dadurch nicht gefördert. man lehnt sich zurück und lässt sich berieseln. Und genau das machen sie dann alle, Medien, Politik und Wirtschaft; “… die Lösung ist so einfach, überlasst nur uns das Suchen danach!”

Der Große Wandel” (The great Turning) begleitet uns die ganze Woche. Doch nicht nur dieser. Es wird auch deutlich, dass der große Wandel, die “dritte Revolution” eines Systems begleitet wird von einem gewaltigen Zusammenbruch. Eine erste Ahnung davon haben wir mit der Finanz- und Wirtschaftskrise bereits mitbekommen.

Diese “Vorhersagen” hören sich für einige nun vielleicht wie ein Wetterbericht oder die Prophezeiungen eines Sektenführers an :-) und sind schwer fassbar oder führen einfach zu belächelnden Reaktionen über “ewig Gestrige”. “Mach dir darüber blos keine Gedanken. Es wird schon nicht so schlimm!” … Diese Sorge geht jedoch in Lindenberg keineswegs um. Niemand hier glaubt an Weltuntergang oder dergleichen. Ganz im Gegenteil werden wir dafür sensibilisiert, dass wir den Niedergang des alten Systems begleiten und es behutsam zu einem Ende führen müssen. Denn die kommende oder im Gange befindende Revolution substituiert das alte System nicht einfach. Es wird Veränderungen geben, die manche nicht einfach mitgehen können/wollen, weil sie ihr Weltbild einfach nicht fassen kann, sie dadurch große Verluste vermuten. Diese Menschen, dieses System muss begleitet und behutsam und langsam zu einem guten Ende gebracht bzw. ins neue System übergeführt werden. Gleichzeitig muss natürlich das neue System aufgebaut werden und wir sind schon mitten drin, auch wenn wir es vielleicht nicht wahrnehmen.
3 Dimensionen sind es dabei, die wir betrachten müssen:

  1. Aktionen setzen
  2. Neue Strukturen/Wege aufbauen und beschreiten
  3. Bewusstseinsänderung

1. Aktionen setzen
Diese Dimension hat mich sehr stark an die Diskussion über Ökos 1.0 und Ökos 2.0 erinnert. Aktionen/Protest/Demos beurteilen viele als nicht mehr zielführend. Demos, Besetzungen und dgl. werden als veraltet bezeichnet und nicht selten belächelt. Gerade diese Aktionen sind aber sehr wichtig. Nicht nur sind sie es, die es tatsächlich immer wieder in die Medien schaffen, sondern sie sorgen auch für die Erhaltung vieler Ökosysteme oder Strukturen und geben den Menschen ein Gesicht, die nicht mit deren Zerstörung einverstanden sind. Wir können sie erhaltende Aktionen nennen. Es braucht dazu keine neuen Medien oder Techniken. Ein Gefahrenguttransport, der bereits auf dem Weg ist, wird immer noch am besten gestoppt indem man Straßen blockiert und sich an Fahrzeuge kettet. Eine Facebook-Gruppe oder Barcamps können das nicht bewirken. Sie können helfen zu mobilisieren oder die Leute zusammenzubringen um innovative Ideen zu entwickeln. Zum Verhindern braucht es aber Gesichter und Taten. Die “alten Hippies” der Öko 1.0 Szene und alle, die ihnen gefolgt sind methodisch und inhaltlich, sind dafür genau die Richtigen.

2. Neue Strukturen und Wege
Dazu gibt es zahllose Beispiele. Insbesondere, wenn man unternehmerische Aktivitäten oder Technologien betrachtet. Dünn wird es in der Politik oder in der Wirtschaft, also auf den höheren Ebenen. Neue Wege und Strukturen bedürfen aber genau dieser Änderungen. Es braucht dazu große Vordenker und längere Perspektiven. Quartalsberichte und ein denken in Funktionsperioden gefährden derartige Visionen und führen zu kurzfristigen Lösungsansätzen wie sie im Jahr 2008/09 zahllos angeboten wurden.

3. Bewusstseinsänderung
Diese ist einerseits die Basis für neue Strukturen und Wege, andererseits aber auch die Garantie für eine dauerhafte Veränderung. Es muss möglich sein neue Gewohnheiten zu etablieren, nachhaltiges Handeln muss der Normalzustand sein. Es darf keine Anstrengungen hervorrufen, die Menschen nicht zu “Sonderlingen” oder “Linken” machen. Jeder Einkauf, jede Urlaubsreise muss automatisch CO2 neutral und fair sein, ohne dass man sich dafür extra engagieren muss.
Gleichzeitig muss aber auch im Bewusstsein der Menschen verankert sein, dass wir nur auf einer Welt leben, dass Ressourcen endlich sind und irgendwann Menschen nicht mehr unter Ausbeutung und Androhung von Gewalt für andere arbeiten müssen. JedeR, der/die diesen Schritt schon gegangen ist, weiß, dass auf der anderen Seite des Berges genauso ein gutes Leben, Genuss und Freude warten.

Joanna Macy beschreibt in ihrem Ansatz 4 Schritte, die wir in einer Spirale immer wieder durchschreiten müssen. Die Konferenz “Inseln im Chaos” orientiert sich demnach auch an diesen Schritten:

1. Dankbarkeit
2. Den Schmerz um die Erde (und deren Zerstörung) ehren
3. Die Welt mit anderen Augen sehen (“Deep Time”)
4. Weitergehen

Insbesondere die ersten beiden Schritte sind diejenigen, die in unsrer heutigen Gesellschaft am wenigsten beachtet bzw. praktiziert werden. Ja, wir lernen unseren Kindern bereits in frühesten Jahren immer “schön bitte und danke” zu sagen. Doch wozu sagen sie bitte und danke. Zu Dingen und Aktionen, die sie von anderen Menschen bekommen. Nicht selten sind das Dinge, die eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollten, wie Essen und Trinken und nicht selten Danken sie damit Menschen, die ihnen eigentlich verpflichtet sind oder hierarchisch überlegen fühlen bzw. auftreten. Ganz anders wird diese Dankbarkeit im Buddhismus oder in verschiedenen indigenen Kulturen praktiziert. Genau um diese Dankbarkeit geht es dann auch bei Joanna Macy, um die Dankbarkeit an allem Leben das uns umgibt und das unser Leben überhaupt erst ermöglicht. Auch viele andere Religionen praktizieren diese Dankbarkeit und uns ist vermutlich das Beten bspw. vor dem Essen am nächsten (wenngleich man hier immer häufiger ein Bitten oder gar ein Fordern nach mehr hört).

“Den Schmerz um die Welt ehren” hingegen ist eine Praxis, die bei uns keinerlei Tradition hat. gerade in dieser Praxis habe ich bei dieser Konferenz aber die meiste Kraft geschöpft. Eine Übung, die uns dazu angeboten wurde ist ein “Wahrheits-Mandala”. Bei diesem gehen die TeilnehmerInnen nacheinander in die Mitte des Kreises und lassen ihrem Schmerz freien Lauf. Wut, Angst, Ohnmacht, Sorge und Trauer bekommen so Raum und eine Stimme. Die anderen TeilnehmerInnen, die im Kreis rundum sitzen oder stehen hören zu und bilden durch ihre Anwesenheit einen Kessel, der diesen Schmerz hält. JedeR TeilnehmerIn wird so gehalten und am Ende durch die Worte “Wir hören dich!” oder “Wir sind bei dir!” gestärkt. Dieser Ausdruck des Schmerzes, den wir alle in uns tragen, ist unglaublich kraftvoll und geht sehr tief. Leider gibt es viel zu wenige Möglichkeiten ihm in derartiger Umgebung den gebührenden Platz zu geben.

Das Thema Tiefenökologie ist tief in mich eingedrungen. Es fügt sich wie ein fehlendes Puzzleteil an einer wichtigen Stelle in ein Bild ein, das vor meinen Augen seit einiger Zeit entsteht. Es zeigt mir auch, dass ich noch immer auf einer Reise in einem Labyrinth bin dessen Mitte ich noch nicht kenne, die ich aber mit größter Freude und der Gewissheit, dass ich irgendwann ankommen werde, ansteuere. Mit Joanna Macy habe ich auf dieser Reise nun eine Begleiterin, die viel Kraft Klarheit gibt.

Vertraust du deinen politischen Vertretern? – Climate Action Day

Vertraut ihr euren politischen Vertretern? Was werden sie zwischen 7. und 18. Dezember machen? Werden sie in Kopenhagen sein und über eure/unsere Zukunft reden?
Man kann mich hier nun Pessimist nennen … aber ich vertraue meinen Vertretern ganz und gar nicht. Ums genau zu sagen muss ich natürlich eigentlich sagen, den Vertretern meines Landes (ich denke ich kann ruhigen Gewissens das “Innen” weg lassen, denn bei uns ist nahezu alles fest in Männer(bund)hand). Denn die Vertreter, die ich gewählt habe werden sicher nicht in Kopenhagen mitverhandeln. Die Vertreter also, die dort sein werden, haben absolut nicht mein Vertrauen. Sie sind Verantwortlich für Verschrottungsprämie, Bankenrettungspakete und Konjunkturpakete, die ein System aufrecht erhalten, das uns letztes Jahr finanziell in den Graben gefahren hat und schon viele Jahre unser Klima aufs äußerste belastet. Sprüche wie: “Endlich schließen sich Ökonomie und Ökologie nicht mehr aus.”, oder “Erst wenn Umwelt einen berechenbaren Wert hat kann man sie auch effizient schützen”, haben gerade diejenigen, die derzeit in Österreich wieder ganz unglaublich auf Gewinnkurs sind, geprägt und genau diejenigen werden nun auch in Kopenhagen mein Land vertreten. Sie werden wieder rechnen, ob wir uns den Klimaschutz “leisten” können und dabei immer das Auge auf die ökonomische Seite werfen.

Doch können wir es uns leisten das Klima nicht zu schützen?

Mir sind im Moment die Hände gebunden. Ich bringe derzeit einfach nicht die Zeit auf um auch laut schreiend auf der Straße oder hier im Blog zu protestieren gegen das, was derzeit hier im Gange ist. Meine Familie und meine Gesundheit brauchen derzeit mehr Aufmerksamkeit und daher agiere ich ausgiebig hinter den Kulissen bspw. an einem Gemeinschaftswohnprojekt.
Diese Woche wird eine Ausnahme sein. Am Samstag ist Climate Action Day und mit der Aktion 350 gibt es eine einmalige Gelegenheit Flagge zu zeigen und vielleicht auch von den Medien wahrgenommen zu werden. In Wien gibts dazu um 14:00 am Stephansplatz Gelegenheit. Dort soll Wiens erstes “Human Banner” organisiert werden. Auch in Österreich wird Facebook als Vernetzungs- und Organisationsplattform immer öfter benutzt und daher gibt es auch genau dort nähere Details zu diesem Event.

Vielleicht sieht man sich ja dort :-)

Vandana Shiva – Ein Manifest für Ernährunssicherheit

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Vandana Shiva (Image via Wikipedia)

Neben zahlreichen Produktpräsentationen bietet die Biofach auch ein begleitendes Programm von Workshops und Präsentationen. Nun wird bei solchen Veranstaltungen meist viel geredet und da die Messe schon alleine durch ihre Größe eine Unzahl an Eindrücken hinterlässt, ist zusätzliche Information schon nahezu eine Belastung. Dies gesagt und mir auch dessen bewußt, konnte ich dennoch einen Vortrag nicht auslassen: Vandana Shiva und die Präsentation des Manifests zum Klimawandel und zur Zukunft der Ernährungssicherheit (www.future-food.org).
Die Art und Weise unserer Ernährung trägt einen nicht unwichtigen Teil zur Veränderungen des Klimas bei. Wie groß der Anteil ist, ist uns vielfach nicht bewußt. Wenn von Klimawandel die Rede ist, dann ist von CO2 die Rede und dann dann identifiziert man schnell den Verkehr als Schuldigen. Auf Lebensmittel bezogen sieht man dann plötzlich nur noch den Transport von Produkten, vornehmlich wenn sie aus fernen Ländern kommen. Doch wie Benedikt Haerlin (Zukunftsstiftung Landwirtschaft) in seinem Vortrag deutlich zeigt wird durch diese Reduktion der Anteil der Landwirtschaft selbst und damit verbundener Nebenerscheinungen wie Entwaldung, Schädigung des Bodens, … ausgeblendet.
Nun ist das für mich und viele der LeserInnen hier vermutlich nicht wirklich etwas Neues. Doch was können wir tun mit dieser Information?
Die International Commission on the Future of Food and Agriculture hat dazu das Manifest zum Klimawandel und zur Zukunft der Ernährungssicherheit erarbeitet. Es steht unter auf der Website der Commission zur Verfügung und kann online unterzeichnet werden. Ziel des Manifests ist es u.a. dass das Thema Landwirtschaft und Lebensmittel bei den Kyoto 2 Verhandlungen in Kopenhagen adequat berücksichtigt wird. Vandana Shiva macht es in einer Fragebeantwortung nach dem Vortrag noch einmal deutlich, worum es bei Ernährungssicherheit geht: Die Industrialisierung sowohl der Landwirtschaftlichen Produktion, als auch der grenzenlosen Verarbeitung der Produkte zu Design-Lebensmittel bei denen einerseits der Energieeinsatz sehr hoch ist, anderseits der Energieoutput für den Körper sehr gering ist, kann weder Ziel noch die Lösung für den Hunger in der Welt sein. Der Trend dazu ist dennoch ungebrochen (Design spielt leider auch zunehmend in der Biobranche eine Rolle). Wir stellen uns noch dazu immer weniger die Frage, was in den Produkten drinnen ist. Das Beispiel Peanut Butter hat diesbezüglich erst kürzlich negative Schlagzeiten gemacht.

Die 9 Punkte des Manifest sind ein Aufruf zum maßvollen und intelligenten Umgang mit unseren Ressourcen. Ich möchte mit diesem Beitrag auch ganz offiziell anregen, das Manifest zu unterzeichnen und damit zur Ernährungssicherheit für unsere eigene Zukunft beizutragen.

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GEO verlost Wald in Kanada

Micha hat in seinem Beitrag schon darauf verwiesen, dass sich GEO in seiner neuen Ausgabe dem Thema strategischem Konsum widmet. Nun ist in meinem Postkasten mit dem neuen Biber-Katalog eine Umfrage zum Thema eingetroffen und damit verbunden ein interessantes Gewinnspiel: Es wird ein Grundstück in Kanada verlost. Laut. Beschreibung ist das Grundstück bewaldet und liegt an einem der Flüsse in Kanadas Nordosten an dem sich bereits die Kapitalistische High Society Kanadas tummelt.

Wie ist dieser Gewinn zu verstehen bei einer Umfrage in der es u.a. auch um Klimawandel und die Ressourcen der Zukunft geht? Am Gewinnspiel muss man nicht teilnehmen. GEO bietet allen “strategischen Konsumenten” auch den Verzicht an. Im “analogen” Brief der mit dem Biber-Katalog gekommen ist, wird diese Möglichkeit explizit für die 3 Gratis-Ausgaben angeboten, die Teilnahme am Grundstücksgewinnspiel kann man durch ein Nicht-Ankreuzen ablehnen.

Ein durchaus interessanter Zugang zum Thema. Wer übrigens online an der Umfrage teilnehmen will, der findet sie hier. Für die Teilnahme ist allerdings ein Aktivierungscode nötig.

Langfristige Kundenbindung?

Ein Brief des ehemaligen Gasmonopolisten von Wien flatterte neulich in unseren Briefkasten und kündigte eine Erhöhung der Gaspreise an. Folgender Absatz hat mir gefallen. Man hat also volle Freiheit, wenn man der Preiserhöhung nicht zustimmen will:

Wir weisen Sie darauf hin, dass Sie innerhalb von zwei Wochen ab Erhalt dieses Schreibens der Preisänderung für Erdgas schriftlich widersprechen können. Erheben Sie keinen Widerspruch, gelten die neuen Preise ab 15.11.2008 als vereinbart. Im Fall ihres Widerspruchs müssen wir aufgrund rechtlicher Bestimmungen Ihren bisherigen Liefervertrag schon jetzt mit 31.1.2009 für beendet erklären.

Na da lob ich mir die Marktöffnung auch im Gassektor. Vielleicht nutzen einige diese Aufforderung von Wien Energie umzusteigen. Leider gibt es, meines Wissens nach, noch keine echten Ökogas Anbieter. Doch am  ökologischer Biogasangebot wird schon kräftig gebastelt.

Mobilisierungskrise für Energiewende

Am Samstag fand bei perfektem Wetter (oder war es etwa zu warm?) in Wien eine Parade unter dem Titel “Du schaf_fst es!” statt. Die Proponenten, insgesamt 21 (!!!) Organsationen – unter ihnen so prominente wie ÖH, Global 2000, Klimabündnis, Forum Wissenschaft & Umwelt – forderten zu “Energiewende Jetzt!” auf und brachten damit etwa 100 Menschen auf die Straße (meine persönliche Schätzung – 4 davon waren ich und meine Familie). mindestens die Hälfte davon würde ich zu den Veranstaltern selbst zählen. Für mich stellen sich da schon einige Fragen, die ich gerne von den Organisatoren beantwortet bekommen würde:

  1. Wurden wirklich alle email-Verteiler, Medienkontakte, … genutzt? Wenn das gemacht wurde, dann hat jede Organisation scheinbar ein Mobilisierungsvermögen von etwa 2 Personen (ich hab übrigens von keiner der Organisationen direkt ein email erhalten, sondern von einer Freundin davon erfahren)
  2. Warum musste der Ausgangspunkt für die Veranstaltung kurzfristig geändert werden? Die Demo wurde vom Stephansplatz (Ankündigung am Plakat) zur Oper verlegt)
  3. Spricht der Slogan “Du schaf_ffst es” vielleicht die Falschen “Schafe” an? Ich habe die Plakate nämlich schon gesehen, wie ich nach dem email der Freundin bemerkt habe. Bis zur Message und der Aufforderung zur Parade habe ich aber nie gelesen.
  4. War es zu heiß und alle gingen ins Freibad
  5. Waren all die potentiell interessierten am parallel stattfindenen Südwind-Fest (das im übrigen sehr gut besucht war und einen herrlichen Rahmen zum pikniken in einen sehr angenehmen Gesellschaft bot.

Es gebe noch so viel dazu. Und Vieles auch zu lernen für die Veranstalter. Wenn das Thema trotz aller Bemühungen (die ich ernsthaft in Frage stelle) der 21 Organisationen auf derart wenig Interesse seitens der Veranstalter stoßt, dann würde ich mir um Förderungen und Spendengelder in nächster Zeit große sorgen machen.

Bezeichnend ist auch, dass auf www.ernergiewendejetzt.at bis heute kein Bericht der Veranstaltung zu finden ist und auch meine Suche im Netz nur zu Ankündigungen aber keinen Berichten führte.

Frühling der Öko-Termine

Es wird langsam aber sicher Sommer und jede Menge Veranstaltungen stehen an. Ein kleiner Auszug in chronologischer Reihenfolge:

KarmaKonsum Greencamp

30./31. Mai 2008, Frankfurt

Christoph Harrach von KarmaKonsum veranstaltet gleich 2 Events für LOHAS.
Am Freitag 30.5. findet eine Marketingkonferenz statt in der “Marketingentscheider im Wachstumsmarkt Nachhaltigkeit” voll auf ihre Rechnung kommen. Leider ist eine Teilnahme daran nicht mehr möglich, da die Konferenz völlig ausgebucht ist. Das Thema ist “in” wie nie zuvor.
Am Samstag 31.5. gibt es dann ein Greencamp, das im Trend von Barcamps und Socialcamps als “Ideen- und Networkingbörse von LOHAS für LOHAS” fungiert.

Energiewende Jetzt!31. Mai 2008, Wien

30 Jahre ist es nun bereits her, dass die ÖsterreicherInnen sich gegen das Atomkraftwerk Zwentendorf entschieden haben und damit auch generell für eine Atomkraftwerksfreie Zone. Seitdem ist der Atomstromanteil in Österreich auf 20% gestiegen. Eine Energiewende ist daher dringend einzufordern und dazu wird am Samstag 31. Mai 2008 um 14:30 Uhr in Wien am Stephansplatz lautstark aufgefordert. Energiewende jetzt!

5. Juni 2008

Wie jedes Jahr findet an diesem Tag auch heuer wieder der Weltumwelttag statt und rund um diesen jede Menge Aktivitäten. U.a. ein Symposium zum Thema “Umweltjournalismus zwischen Wunsch und Wirklichkeit”

14./15. Juni 2008

An diesem Wochenende kann man sich zwischen dem Socialcamp in Berlin und der 4. Konferenz der Zivilgesellschaft in Wien entscheiden.

Ihr könnt nun also wählen. Berichte wird es auf landscaping.at geben zu den Veranstaltungen “Energiewende jetzt”, Umwelttag und “4. Konferenz der Zivilgesellschaft”. Auf Berichte von den anderen Veranstaltungen (KarmaKonsum 2008, Socialcamp)freue ich mich via meinen Bloggerkollegen.

climateshorts – Klimaschutz filmen

climateshorts.deDiana Schick von climateshorts hat mich vor wenigen Tagen auf einen Filmwettbewerb hingewiesen und diesen Tipp gebe ich gerne weiter (Im Original):

Was ist dein Klimaschutzbeitrag 2008?

Mit CLIMATESHORTS – dem Kurzfilmwettbewerb zum Klimaschutz – soll der Öffentlichkeit wieder verstärkt bewusst gemacht werden, dass nur im Zusammenspiel von persönlichem und gemeinschaftlichem Engagement Fortschritte im Klimaschutz erreichbar sind.

Gefragt ist, was verändert! Ob sich kleine Dramen abspielen oder große Liebesgeschichten, schockierende Fakten präsentiert werden oder die Zuschauer vor Lachen weinen müssen – Ziel ist es, die Menschen zu erreichen und somit einen wirkungsvollen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Mitmachen kann jeder, egal ob professioneller Filmemacher oder Hobby – Filmer.
Bereits am 25. Januar 2008 startete der Kurzfilmwettbewerb CLIMATESHORTS deutschlandweit unter dem Motto „Mein Klimaschutzbeitrag 2008“.

Jetzt wird der Wettbewerb international: Als Sonderwettbewerb CLIMATESHORTSprofessional wird der Wettbewerb im Rahmen des 28. Internationalen Festivals der Filmhochschulen ausgeschrieben, dem global wohl bedeutendsten Wettbewerb für Nachwuchsfilmer. Daneben können sowohl Hobbyfilmer als auch Unternehmen und Organisationen, die ihr eigenes Klimaschutzengagement darstellen wollen, am generellen internationalen CLIMATESHORTS Wettbewerb teilnehmen.
Daten etc. Trailer?

CLIMATESHORTS ist ein Projekt der Münchener Initiative CSR (MICSR). Deren Website wird derzeit aber leider überarbeitet. Das CSR hat mich aber nicht in Ruhe gelassen, denn leider wird unter diesem Denkmantel von sehr vielen Firmen Greenwashng betrieben (siehe dazu die zahlreichen Berichte auf SourceWatch oder kritische Stimme selbst bei der Weltbank). Ich machte mich als auf die Suche nach Hintergrundinformationen. Der Hienweis von Diana Schick, dass der Initiator von Climateshorts der Geschäftsführer der MICSR Jobst Münderlein ist war dabei sehr hilfreich, denn so fand ich ein Profil eines sehr interessanten Menschen, dem durchaus aufgrund seines Lebenslaufs zuzutrauen ist, dass er es mit CSR auch wirklich sehr umfassend ernst meint.

Der Filmwettbewerb CLIMATESHORTS spricht also hoffentlich die Richtigen an und ich bin auf die Ergebnisse schon sehr gespannt.