Buchtipps für den Frühling

Das diesjährige Gartenjahr möchte ich mit zwei Büchertipps für groß und klein beginnen.

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Blumenkinder in der Wiese

“Nein, nicht in den Mund nehmen! Die ist giftig” schallt es über den Spielplatz. ein kleines Kind sitzt fröhlich in der Wiese. Der große Bruder hat ihr einen Blumenkranz aus Gänseblümchen geschenkt und der will jetzt unbedingt gegessen werden. Doch die Eltern meinen, dass diese Pflanze giftig ist. Als Vater von drei Kindern geht’s mir manchmal auch so. Doch in diesem Frühjahr werde ich in aller Ruhe in der Wiese sitzen und mit den Kindern nachdenken, was wir uns zum Abendessen mitnehmen. Ursula Meiser-Meindl hat nämlich ein wunderbares Buch geschrieben, das nun immer in der Tasche mitwandert. Darin finden sich einige der am weitesten verbreiteten Wiesenblumen unser Regionen. Mit Zeichnungen und kurzen Gedichten wird Kindern Lust darauf gemacht sich auf die Suche zu machen. Sind die Blumen einmal gefunden, dann wird durch Rezepte dazu angeregt diese auch zu pflücken und zuhause zu verarbeiten. Den Kindern wird so Natur auf wunderbare Art und Weise näher gebracht. Ein Wiese ist plötzlich nicht mehr nur wunderbar zum Anschauen oder darauf spielen. Sind wird zu einem umfassenden Erlebnisort für Groß und klein.

Ursula Meiser-Meindl, Maket Mate
Blumenkinder in der Wiese
Eigenverlag, 2014
ISBN 978-3-9503738-0-6

www.issmichpflanzen.at

 Biodünger selber machen

Als Balkon- und Stadtgärtner ist das Thema Kompost und Düngung schon immer wichtig gewesen für mich. So stehen bei mir neben dem gewöhnlichen Kompost noch eine Wurmkiste und in der Küche ein Bokashi-Kübel. Seit einigen Jahren verlassen keine Lebensmittel mehr unsere Wohnung. Nicht immer hat alles perfekt gepasst. Im hier vorgestellten Buch von Andrea Heistinger und Alfred Grand (von dem übrigens auch schon einige Würmer in meinen Kompost gereist sind) finde ich nun Antworten auf so manche offene Frage. Z.B. dass durch Gesteinsmehl und Reduktion der Futtermenge die Zahl der Fruchtfliegen in der Wurmkiste in den Griff zu bekommen ist.

Neben Bau- und Bedienungstipps für unterschiedlichste Komposter wird auch das Thema Gründüngung behandelt. Anstatt auf brach liegenden Beeten den eifrig aufgebauten Humus wieder zu verlieren, kann durch lebende Pflanzen wie Buchweizen, Luzerne oder Gelbsenf die Bodenfruchtbarkeit stetig gefördert werden.

Viele praktisch anwendbare Tipps machen dieses Buch für jede Gärtnerin und jeden Gärtner zu einem wunderbaren Begleiter ins neue Gartenjahr.

Andrea Heistinger, Alfred Grand
Biodünger selber machen
Löwenzahn, 2014
ISBN 978-3-7066-2519-7

www.loewenzahn.at

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Aussaatkalender 2014

aussaatkalenderDie Zeit zum Aussäaen ist gekommen. Alle Gärtner*innen stehen schon in den Startlöchern. Für die, die jedes Jahr wieder vor der Frage stehen: “Wann kann ich welches Gemüse, welche Kräuter aussäaen und wann beginne ich sie vorzuziehen?” – und ich gehöre auch immer wieder zu denen – gibt es einige ganz nützliche Helferlein. Deswegen hier eine kleine Linksammlung zu meinen Favoriten

Aussaatkalender

  • aussaatkalender.com -> sehr übersichtlich, weil man sich an farblichen Balken orientieren kann. Es gibt eigene Kalender für Kräuter, Blumen und Gemüse
  • Aussaatplan nach Hubert Jaksch -> auch sehr übersichtlich. leider aber in schlechter Bildqualität hier veröffentlicht. Eine bessere konnte ich nicht finden
  • garten.net -> wer gerne nach Monaten sucht und so ein wenig den Überblick bewahren will, finden hier eine gute Struktur

Mondkalender

Wer noch einen  Schritt weitergehen will und auch nach dem Mond gärtnert, für den/die könnte dieser Mondkalender eine gute Hilfe sein:

Mondkalender (pdf)

Zum Abschluss noch ein Buchtipp:

Andrea Heistinger und Arche Noah haben im Herbst 2013 “Das große Biogarten-Buch” im Löwenzahn Verlag herausgegeben. Andrea Heistinger scheint damit endgültig in die Fußstapfen von Marie-Luise Kreuter zu treten ;-)

Andrea Heistinger, Arche Noah
Das große Biogarten-Buch
ISBN: 978-3-7066-2516-6

Düringer: Leb wohl, Schlaraffenland

dueringer_coverBei Roland Düringer denkt man gleich an den Kaberettisten. Und wenn Kabarettisten Bücher schreiben, dann denkt man vermutlich an Unterhaltungsliteratur, bei Düringer vielleicht sogar an gute Unterhaltungsliteratur. Nun, “Leb wohl, Schlaraffenland” ist Unterhaltungsliteratur und an einigen Stellen kann man sogar schmunzeln. Was Düringer in seinem Buch, das aus einem Interview mit Clemens G. Arvay (Autor von Bücher wie “Der große Bio-Schmäh” oder “Friss oder Stirb”), entstanden ist, hier anspricht, hat mit seinem gewohnten Benzin-Bruder-Image aber wenig zu tun. Düringer beschreibt “das gute Leben” und der Untertitel des Buches gibt auch schon einen Hinweis darauf, was damit gemeint ist: Die Kunst des Weglassens.



Roland Düringer hat in den letzten Jahren seinen Lebensstil – radikal, das kann man wohl sagen – umgestellt. Düringer hat in vielen Filmen sowie auf der Bühne immer wieder bestimmte Rollen eingenommen. diese waren so echt, dass man ihn selbst schon mit dieser Rolle identifiziert hat, auch wenn es fiktive wie die des Ingenieur Breitfuß in der Serie “MA2412″ waren.

Um den Charakter authentisch spielen zu können, musste ich diesen fiktiven Menschen verstehen und genau wissen,weshalb er sich so oder so verhält und wie er innerlich funktioniert. Seit ich das weiß, kann ich in jeder Lebenssituation Herr Breitfuß sein. Ich muss nur den Schlüssel finden und umdrehen.

Irgendwann dachte Düringer dann: “Wenn ich die Fähigkeit besitze, jemand anderen zu erkennen, mich in ihn hineinzuversetzen und seine Verhaltensmuster zu übernehmen, dann kann ich auch meine eigenen Verhaltensmuster ändern, weil ich ja weiß, wie das geht. Ich muss bloß den Schlüssel dazu finden.” Mein erster Gedanke nach diesem Absatz war, dass Düringer also wieder in eine neue Rolle geschlüpft ist. Diesmal eben der Öko und Systemkritiker. Doch schon im nächsten Absatz wird die Transformation spürbar, wenn Düringer sagt: “Ich glaube daher, dass, wenn ich äußere Rahmenbedingungen verändere, sich zwangsweise mein Verhalten und vielleicht sogar mein Seelenleben verändern. Bei mir war das im Zusammenhang mit dem Garten sogar sehr deutlich der Fall.” Doch ich – ewiger Kritiker :-) – kann Düringer seinen Wandel noch immer nicht abnehmen. Klar, er kann es sich leisten, einfach einmal auf Gartenbetrieb umzuschalten, ein paar Autos zu verkaufen und die Füße baumeln zu lassen. Doch je weiter ich Leb wohl, Schlaraffenland lese, je glaubwürdiger wird die Transformation sichtbar.

Wenn die Rahmenbedingungen, in denen wir uns befinden, die Umsetzung erschweren, was machen wir dann?“, fragt Düringer selbstkritisch und merkt an, dass er eben in der glücklichen Situation ist, das zu tun, was ihm wirklich Spaß macht und was er kann. “Für Menschen, die in so einer glücklichen Lebenssituation sind, ist es ganz wichtig, dass man oft “Danke!” sagt.

Düringer ist also kein Fantast und ewiger Schauspieler. Er fährt noch immer gerne Motorrad und genießt das Leben. Doch Genuss kann für ihn heute auch eine U-Bahn-Fahrt durch Wien sein und Gespräche mit Menschen. Sein Plan ist “aus Systemen ganz oder zumindest so weit auszusteigen, dass sie mir nur mehr als Werkzeug dienen.Leb Wohl, Schlaraffenland, willkommen Gutes Leben.

 

Roland Düringer, Clemens G. Arvay: Leb wohl, Schlaraffenland. Die Kunst des Weglassens
edition a
Wien 2013
ISBN 978-3-99001-065-5


When your mind’s made up

when-your-minds-made-upThere is so many things to say about this topic. Inspired by Glen Hansard’s and Markta Irglova’s Song (have a look at it his guitar. His mind is really made up!) and the following line “… there is no point tryin’ to stop it”. I’ll try to focus on a view things. But first of all i want to explain, why this article is written in English. I might as well write an own article about this topic some day. But at the moment there are just a few things to say about it and first start with an excuse to all those native english speaking people who have to read my poor foreigners english ;-)

I never lived in an english speaking country for longer time (3 Month New Zealand was the longest stay). So practicing English after failing to learn learning it at school was mainly with people from non english speaking countries, books, music and films. After a while I lost the fear to talk in english, but never really lost the fear to write or even publish in english. I don’t have to say, that the circle of readers is pretty limited, when writing in german. A course some weeks ago with 16 people from 11 European countries made me think about the european dimension. We don’t have a common language, which makes our part of the world really rich in cultures, but we need a common way to speak to each other using a language every single citizen can understand and use to express himself. So, as my mind is also made up by saying “I’m an European” there is no way trying to stop writing in english.

So back to the title: “When your mind’s made up”

Two years ago i got this book with the title “The Why Café” by John Strelecky. I read it and put it back in the bookshelf. Not because it was boring or just to read and put back. It made me think a lot, but I wasn’t ready yet to take actions. John Strelecky asks 3 simple Questions:

  • Why are you here?
  • Do you fear death?
  • Are you fulfilled?

The quintessence of this questions is, that you should do, what you really want, cause that’s the only thing you are really good in. Sounds simple and logical. “But there are so many things you have to do, even if you don’t want to do them. Such as earning money.”, some people might say. My answer: You are right, go read the book! (it’s also available in German: “Das Café am Rande der Welt”).

After almost one year (and so many times recommending this book to others) I stumbled over it again. And at the same time i heard the Song by Glen Hansard and Marketa Irglova mentioned above. Songs and books always make me think and sometimes hopefully act. So I read the book again and found that I can answer the first question. Without even noticing it I was working out the answer during this year. I won’t/can’t tell you the answer, as it is not to be answered in one sentence. Why i realized that I have found the answer, you might ask? Day after day it was easier for me to decide what to do or not do, when i read about something or got an offer.

So what did i do these last years? First I quit my well paid job as a projectmanager. When I got the offer to work for this project I was so excited about it. I was chosen to realize a really sustainable building for a company which was looking really far ahead of many others. But every day a realized more and more, that this is not my project. I couldn’t invest more of my energy into a building I was never supposed to work in. One day, when everything seamed to be on it’s way – contracts signed, design ready to be published, … –  i found myself sitting outside, listening to the birds singing and knowing I had to fly away with them. So I started to talk with some friends about my withdrawal. Some couldn’t understand as this job seamed to be just made for me. Others just said that I should follow the birds calling me to fly with them. And so I brought everything to a good end and flow away with my callers.

The first weeks after quitting this job I was restless. I thought I can immediately follow a clear path. I started searching for a new house in the country and made plans about a permaculture farm I always dreamed about. I even found properties I really liked and after a while I thought I just have to make a decision on which one is my favorite. But suddenly I thunderstorm came up and the birds had to find a save place and sit down for a while. My life partner just didn’t follow my “flight” and said she would not come with me. I knew I made my decision without my family. So I had to start from scratch. The only thing I still felt was that “my mind was made up”. Everybody who ever had this feeling might agree: It is so strong, it opens doors and breaks down walls, which apparently block your way.

At New Years Eve i met a former colleague and told her of my misery. She also quit her job and she told me about her community-garden project. A month later I was part of this community and soon I started to grow my own vegetables. As we have a little mobile home and our kids are unschoolers, i could easily pack my stuff and go there for some days. Being out in the nature, gardening, helping build a strawbale house, just made me feel really grounded.

As I already wrote before, I already knew “why i was here”, what the “purpose of my existence” was. Again and again doors opened and asked me to enter a new part of my new “building”. A friend asked me if I wanna join him organizing a open space conference on deep ecology by designing a little website. Without beeing a professional web designer but designing now and then i started. During the conference an idea grew in my friends mind, how he could reward my efforts. I was invited to join his first deep ecology retreat in Austria this last summer. During this ten days of meditation and awareness building my ideas got a final touch. I could enter my SELF and find deep freedom. It took me over a year after quitting my job to get to this point. I wouldn’t want to miss a day of this time. After all I know it’s just an illusion to think you can make this change from one day to the other. Quite the contrary, a fast shift from one activity to another without this time of uncertainty, without making some negative experience, without falling down and having to get on your feed again, would have made me rush from one misery to the other.

Next year I start my own business with all the experience I made, with all the changes and experiences made during this moving time. To end with Glen Hansard’s and Markta Irglova (this time the song Lies)

So plant the thought and watch it grow / Wind it up and let it go

Ecommony – Wirtschaft mit Gemeingütern

ecommonyGleich vorweg für alle Zweifler: Der Begriff im Titel ist schon korrekt. Es geht in diesem Beitrag um Ecommony.

Es scheint für viele undenkbar. Arbeiten ohne Geld damit zu verdienen. Einkaufen ohne dabei Geld auszugeben. Geld ist für viele Menschen ein Mittel um Waren und Güter auszutauschen. Doch braucht es Geld dazu? Können Waren und Arbeit nicht einfach ohne Geld beschafft bzw. zur Verfügung gestellt werden? (Und ich spreche hier von legalen Möglichkeiten!!).

Viele kennen schon die Prinzipien der Tauchbörsen und Tauschkreise, die in vielen Regionen entstanden sind. menschen tauschen Arbeit oder Güter und bekommen dafür Arbeit, Güter oder einen Zeit- bzw. Wertbonus gutgeschrieben. Dieser kann dann wieder eingetauscht werden.

Eine weitere Möglichkeit sind Aktivitäten, die im Rahmen einer sogenannten Schenkökonomie stattfinden. Im Unterschied zu Tauschbörsen werden Güter hier ohne Gegenleistung angeboten. dem Wikipediaeintrag entnehme ich aber, dass ursprünglich auch hier gewissermaßen eine Gegenleistung erwartet wurde (“Ursprünglich wurde der Begriff für ein vorherrschendes Phänomen in urgeschichtlichen und Stammesgesellschaften verwendet, in denen soziale oder immaterielle Gegenleistungen wie Karma,Ansehen oder Loyalität und andere Formen von Dank erwartet wurden” Zitat http://de.wikipedia.org/wiki/Schenkökonomie).

Wie sieht es nun aber aus, wenn man für seine Arbeit und für Waren und Güter keine direkte oder geplante Gegenleistung bekommt. Was also, wenn man arbeitet aus reiner Freude, Waren schenkt, ohne Gegenleistung? Dafür hat Frederike Habermann den Begriff Ecommony geprägt. In ihrem Buch “Halbinseln gegen den Strom” und im Interview auf Radio fro erklärt sie, wieso sich die Ecommony doch deutlich von anderen Wirtschaftsformen – eben auch von vermeintlich Ähnlichen wie den oben genannten – unterscheidet.

Für mich ist bei  dieser Wirtschaft besonders spannend, dass der Fokus auf Tätigkeiten gelegt wird, die man wirklich machen will. Häufig wird einem ja geraten, das zu tun, was man gut kann und wo man auch Talent hat. Habermann sagt aber z.B., dass man dadurch in seinen Tätigkeiten häufig eingeschränkt wird. Wenn jemand gerne rasenmäht (bspw. auch mit einer Sense), darin aber nicht sehr geübt ist, dann würde ihm diese Tätigkeit in einem Tauschkreis wenig bringen. Niemand würde diese Tätigkeit von einer ungeübten Person ausüben lassen, wenn es auch geübte Personen dafür gibt. Gerade derartige Tätigkeiten können aber dazu führen, dass man seinen Horizont erweitert oder auch nur in neue Tätigkeiten reinspüren kann.

Es bleiben dabei auch einige Fragen offen. Da ist zum Beispiel das Thema bedingungsloses Grundeinkommen, das meiner Meinung nach sehr eng verknüpft ist. Aber auch das Thema Steuern, denn es gibt öffentliche Verwaltungsbereiche, die durch diese Steuern sehr sinnvoll eingesetzt werden. Im Sinne der Ecommony könnte ich mir durchaus vorstellen, dass dafür auch gewisse gemeinnützige Arbeiten geleistet werden können (z.B. Rasenmähen im öffentlichen Raum, um beim Beispiel von vorhin zu bleiben).

All das ist nicht möglich, werden nun einige Sagen. “Ihr stellt euch das so einfach vor! Die derzeitige Wirtschaftsform wurde gut durchdacht und blieb nicht umsonst als Einzige übrig.” Da fällt mir folgendes dazu ein: Während der Krise 2008 hat ein Ökonom der Wirtschaftskammer gesagt, dass die “derzeitige Wirtschaftsform eines der größten Forschungsexperimente ist”. Es ist an der Zeit neue Experimente zu wagen und sie gleichzeitig zu beforschen!

Ein paar Beispiele möchte ich auch hier aufzählen:

Hilfe erbeten:

  • Frederika Habermann spricht in ihrem Interview mit Andreas Exner eine “why buy app” an. Ich hab diese app nirgends gefunden. Kennt sie jemand oder handelt es sich dabei um eine Idee?

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Das Leben des Christbaums nach dem Fest

weihnachtsbaum2013Wie so oft vor Weihnachten stehen vermutlich viele auch 2013 wieder vor der Entscheidung: Welchen Christbaum nehme ich dieses Jahr. Ich selbst habe schon zwei gescheiterte Versuche hinter mir einen lebenden Christbaum über das Jahr gut auf der Terrasse zu versorgen. Da hat mein sonst grüner Daumen leider kläglich versagt. Im letzten Jahr war dann Handwerk angesagt. Bei den Christbaumverkäufern bleiben ja immer unzählige abgeschnittene Äste zurück. Diese habe ich mir am 24.12. gegen etwas Trinkgeld geholt und auf einen Kugelbaum gebunden (siehe Foto oben). Meine Partnerin war zuerst nicht begeistert “wegen 50€ keinen ordentlichen Christbaum zu haben”. Das Ergebnis hat sie dann aber selbst überrascht. Die Kinder haben die Mogelpackung zuerst gar nicht bemerkt. Später wurde über das Christkind gelacht, dem die “richtigen Christbäume ausgegangen sind”.

Für 2013 habe ich wieder etwas neues entdeckt. Wer kein kreatives Händchen hat oder keinen Balkon oder eine Terrasse zum “übersommern” eines Christbaumes, der kann sich bei Green Rabbit schon jetzt einen Baum bestellen. Dieser wird geliefert und auch wieder abgeholt. Wer doch Platz hat für den Baum, der kann ihn auch behalten. Dazu gibt es Pflegehinweise für den Nadelbaum, damit er die unnatürliche Zeit als Christbaum auch gut überlebt.

Ob es für so einen Hinweis schon Anfang November nicht etwas zu früh ist, mag man sich fragen? Laut We Pimp the World kann man nur noch diese Woche (4. – 10.11.2013) Bäume für Wien Linz, Graz und Salzburg bestellen. Die Nachfrage scheint groß zu sein.

via We Pimp the World, einer Aktion der Mutmacherei

David Holmgrens Permakultur Standardwerk in deutsch

Das Permakultur-Standardwerk von David Holmgren erscheint Ende 2013 in deutscher Sprache.
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Mehr als 10 Jahre nach dem Erscheinen des Originalwerkes und 3 Jahre nachdem auch das Standardwerk von Bill Mollison übersetzt wurde, können so endlich auch David Holmgrens Permakultur-Prinzipien eine größere Leserschaft im deutschen Sprachraum erreichen.

Der Drachenverlag geht bei seinen Publikationen einen besonderen Weg. Als BuchpatInnen kann jedeR zur Finanzierung eines Buches beitragen. Das ist natürlich auch für “Permakultur – Gestaltungsprinzipien für eine zukunftsfähige Lebensweisen” möglich.
Bis zum 25.11.2013 kann man das Buch noch zum Preis von 32€ vorbestellen. Um in Produktion gehen zu können braucht der Verlag 200 Vorbestellungen.


Recht auf Marmelade – Pressekonferenz

Pressekonferenz_Recht-auf-Marmelade_2013-09-18

v.L.n.R: Peter A. Krobath (Initiative Stadtfrucht, Andreas Spornberger (BOKU Wien), Franziskus Forstner (Agrar Attac)

Heute fand die Pressekonferenz der Initiatve “Recht auf Marmelade” statt. Mit dem Titel wollen die Aktivisten vom Kuserutzky Klan (der Name löst bei mir leider negative Assoziationen aus, auch wenn er vermutlich auf Paul Kuserutzky zurück geht) und der Initiative Stadtfrucht Wien auf die Bewegung “Recht auf Stadt” anspielen. Laut Peter Krobath werden in Wien jährlich 2000 Bäume gepflanzt. Davon sollten 10% Obstbäume sein und diese als sogenannte Commons (Gemeingüter) den BürgerInnen zur Verfügung stehen. Ein oft vorgebrachtes Argument, dass der Betreuungsaufwand für die Bäume zu hoch ist, wird damit entkräftet, dass im Sinne eines Common-Modells Menschen aus der Nachbarschaft eine Art Patenschaft für die Bäume übernehmen könnten.


Dass die Bedingungen in Wien für Obsbäume günstig wären, reklärt Andreas Spornberger von der BOKU Wien (Abteilung Wein- und Obstbau) mit den besonderen kleinklimatischen Nischen der Stadt, die von Frost und Wind geschützt sind. Das würde sogar exotische Arten wie Feigen oder Kiwis zulassen. Das das Stadtgartenamt nicht kommerziell agieren muss, können auch seltene Sorten angepflanzt werden und so zur Sortenvielfalt beigetragen werden.

Franziskus Forstner von AgrarAttac verweist auf die Krisensicherheit von Selbstversorgungskonzepten. Wien könnte mit der Pflanzung von Obstbäumen auch hier einen wichtigen Schritt setzen, der den BewohnerInnen in einigen Jahren zugute kommen kann.

Das Wiener Baumschutzgesetz lässt die Nachflanzung von Obstbäumen nicht zu. Auf eine politische Intervention zur Änderung dieses Gesetzes will peter Krobath dennoch nicht, denn das würde auch bedeuten, dass man sich den strengen Regulierungsmaßnahmen des Baumschutzgesetzes unterwerfen müsste. Krabath weißt auch daruf hin, dass “Commons-Obstbäume” nicht einfach nur gepflanzt werden und dann sich seblst überlassen werden können. Der Umgang mit Gemeingütern braucht geeignete Rahmenbedinungen und muss von den BewohnerInnen auch wieder gelernt werden. Hierzu wäre der Zugang zu Schulen und anderen Bildungseinrichtungen günstig.

Ein wichtiges Argument gegen Obstbäume in der Stadt, das häufig vorgebracht wird, ist die Verschmutzung und insbesondere der Feinstaub. Die Initiatoen weisen aber darauf in, dass dieser vom Menschen allerdings direkt eingeatmet wird robleme auslöst und Kaum auf dem Obst zu finden sein wird. Das problem müüst also bei der Wurzel, bei den Emittenten also, angepackt werden.

Für die Initiative kann man auch unterschreiben. Entweder Online oder über eine ausdruckbare Liste  über die Website der Initiative.

Wer kurzfristig in Kontakt mit der Initiative kommen möchte, der hat am Samstag 21.9.2013 die Gelegenheit mit der JamTram mitzufahren und am Marmeladenschenkmarkt teilzunehmen.

Wien:Mariahilferstraße Neu

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Die Mariahilferstrasse wird noch von Autos dominiert

Wer dieser Tage über die Mariahilferstraße in Wien fährt sieht schon die ersten Spuren der Neugestaltung. Noch verklebte Straßenschilder vermitteln ein freudiges Gefühl wie Weihnachten. Zarte Markierungen am Boden lassen erahnen, wie sich der Platz verändern wird.
Noch wird das Straßenbild von parkenden und fahrenden Autos geprägt. Als Radfahrer fühlt man sich in die Zwischenräume gedrängt und als Fußgänger muss man immer wieder bei diversen Straßenquerungen auf die Grünphase der Ampel warten. Doch bereits ab nächster Woche (15. August 2013) erwarten die BenutzerInnen der Straße 2 Begegnungszonen (Kaiserstraße bis Andreasgasse und Kirchengasse bis Museumsstraße/Getreidemarkt) sowie eine Fußgängerzone zwischen Andreasgasse und Kirchengasse.
Dass dieses Projekt Realität wird ist sicher vielen zu Verdanken. Ohne hier meine Sympathie wirklich einseitig zu vergeben muss aber ehrlicherweise gesagt werden, dass die Mitregierung der Grünen in Wien letztendlich zur Umsetzung geführt haben.

Es gibt natürlich auch Gegenstimmen. Diese befürchten “unnötige” Erschwernisse für AnrainerInnen und andere BenutzerInnen der derzeitgen Straßenräume. Auch macht Brigitte Jank im Namen der Wiener Wirtschaftskammer (leider bekomme ich immer wieder den Newsletter der Kammer und finde darin keine Möglichkeit ihn abzubestellen) seit langem Stimmung gegen den Umbau. Dass derartige Projekte bisher in Wien schon merfach erfolgreich umgesetzt wurden (insbesondere für die Handelsbetriebe) – siehe Kärntnerstraße oder Meidlinger Hauptstraße – scheint für das Klientel der politischen Kraft, die hinter der Präsidentin der Wirtschaftskammer steht, keine Relevanz zu haben. Klar, die Umsetzung wird von anderen Parteien gemacht. Dafür kann man sich die Lorbeeren nicht abholen. Die angrenzenden Bezirke sind politsch auch anderes “gefärbt”. Aber auch unter den WIrtschaftsbetrieben gibt es viele, die in Aufbruchstimmung sind.

Es wird nicht bei der Umgestaltung der Mariahilferstraße bleiben, soviel kann ich jetzt schon verraten. Auch in anderen Straßen tut sich etwas.

Operative Landscapes

Alissa North, Operative Landscapes (c) www.birkhauser.com

Alissa North, Operative Landscapes
(c) www.birkhauser.com

Alissa North zeigt in ihrem neuen Buch “Operative Landscapes – Building Community Through Public Space) in zahlreichen bebilderten Beispielen, wie Architektur und Landschaftsplanung zu begegnungsfördernden öffentlichen und teilöffentlichen Flächen beitragen können.

Die Beispiele sind angelehnt an die Planungsabläufe eingeteilt in Konzepte, Pläne, Entwicklung (im Sinne von Projektentwicklung), Konstruktion und Entwicklung im Sinne von Pflege, Wachstum und dem Erreichen eines gewissen Zielstadiums.


Prominenter Vertreter aus Österreich ist die Umgestaltung der ehemaligen Brauerei Reininghaus in Graz. Der Masterplan für das 100 ha große Gelände legt besonderen Weret auf öffentliche Begegnungszonen, die es den Menschen ermöglichen miteinander in Kontakt zu kommen.

Auch die Guerilla Gardening Projekte von Richard Reynolds werden dargestellt als eine Form der Aneigung öffentlicher Brachen. Diese Form der subversiven Gestaltung bringt ebenfalls die Nachbarn einer städtischen Gegend zusammen.

Alissa North
Operative Landscape
Building Community Through Public Space

(c)2013 Birkhäuser verlag GmbH, Basel

ISBN 978-3-0346-0821-3